Hypo: Kulterer bat um politische Intervention bei seinem Strafverfahren

Brisanter Brief an bayerischen Minister von Ermittlern sichergestellt

Wien (OTS) - Das Nachrichtenmagazin NEWS veröffentlicht in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe einen politisch höchst brisanten Brief des früheren Hypo-Chefs Wolfgang Kulterer, in dem dieser um politische Intervention in seinem Strafverfahren bittet. Der Brief wurde im Rahmen der aktuellen Hypo- Ermittlungen sichergestellt und stammt aus dem Dezember 2007.

Gegen Kulterer wurde damals wegen der sogenannten "Swap"-Affäre ermittelt. Kulterers als "vertraulich" bezeichnetes Schreiben war an den damaligen bayerischen Finanzminister Kurt Faltlhauser gerichtet. Kulterer bat Faltlhauser in diesem Schreiben, dass dieser beim damaligen ÖVP-Chef und Vizekanzler Wilhelm Molterer vorsprechen sollte.

Kulterer schrieb unter anderem wörtlich: "Ich halte auch persönlich nichts davon, hier auf Beamtenebene Druck auszuüben, sondern glaube, dass das Stimmungsbild, das auch in der Regierung vermittelt werden könnte, helfen würde, entweder ein Verfahren sehr schnell zu eröffnen und zu beenden, oder eine Einstellung durch positive Stimmung im Ministerbereich zu erreichen wäre."

Bayern Ex-Finanzminister Faltlhauser erklärte gestern, dass er Kulterers Brief als "unangemessen" betrachtet habe und mit "gezielter Nichtbeachtung" behandelt hätte. Ein Gespräch mit Molterer sei zu diesem Thema daher unterblieben.

Kulterer wurde im November 2008 in der Swap-Affäre zu einer Geldstrafe von 140.000 Euro verurteilt.

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