"Die lange Nacht des Bruno Kreisky" am 21. Jänner ab 22:45 Uhr auf TW1

Anlässlich des 100. Geburtstages von Bruno Kreisky - Wolfgang Petritsch, Franz Kreuzer und Johannes Kunz zeigen Österreichs Sonnenkanzler in Nahaufnahme.

Wien (OTS) - Er war einer der bekanntesten und bedeutendsten Politiker der sozialistischen Bewegung und ein großer österreichischer Staatsmann - Bruno Kreisky, der von 1970 bis 1983 am längsten amtierende österreichische Bundeskanzler. Er wurde am 22. Jänner 1911 als Sohn einer wohlhabenden jüdischen Familie in Wien geboren und starb im Alter von 79 Jahren. Zu Ehren seines 100. Geburtstages zeigt TW1 Bruno Kreisky in Gesprächen mit Johannes Kunz und Franz Kreuzer sowie "Das ganze Interview" mit Kreiskys ehemaligen Pressesekretär Wolfgang Petritsch - geführt von Heinz Sichrovsky.

"Das ganze Interview" mit Wolfgang Petritsch
Im Interview mit Heinz Sichrovsky spricht Petritsch vom besonderen Phänomen des Kreisky-Bildes und dessen widerspruchsvoller Persönlichkeit. Kreisky habe Politik nicht als Parteipolitik gesehen. "Er hat die nachholende Modernisierung Österreichs in den 70er-Jahren gemanagt", was für den Spitzendiplomaten, neben Kreiskys besonderem Gespür für Veränderungen, einer der vielen Gründe war, warum der Mythos des damaligen Bundeskanzlers bis heute nicht verflogen ist.

"Österreich ist in Bezug auf Mentalität und Traditionen ein sehr konservatives Land. Kreisky hat die Phantasie der Menschen angeregt", erzählt der Spitzendiplomat. Für ihn sei Politik Emanzipation von den Zwängen und ein hinführen zu mehr Freiheit gewesen. "Das haben die Menschen gespürt", so Petritsch. Gespürt haben sie auch, dass er stets authentisch geblieben ist. Obwohl er aus großbürgerlicher Familie stammte und genagelte Schuhe sowie maßgeschneiderte Anzüge für ihn Normalität waren, habe er sich nie herabgelassen. "Er ist er geblieben", betont Petritsch, "vor den Bürgern hatte er größten Respekt."

"Ein Stück des Weges mit mir gehen", starke Worte, die der "Sonnenkanzler" mit Überzeugung präsentierte. Petritsch arbeitete von 1977 bis 1983 als Pressesekretär des Bundeskanzlers. Dass Kreisky sehr stark von der Macht des Wortes überzeugt war, habe sich vor allem in seinen Reden bemerkbar gemacht. Petritsch erinnert sich allerdings auch schmunzelnd daran, dass der damalige Bundeskanzler ein weitaus besserer Redner als Schreiber war: "Es war immer ein Problem, seine Reden zu korrigieren."

Der österreichische Spitzendiplomat Wolfgang Petritsch
Als Außenpolitikexperte mit dem Schwerpunkt Südosteuropa war Wolfgang Petritsch österreichischer Botschafter in Belgrad, EU-Sonderbeauftragten für den Kosovo sowie hoher Repräsentant für Bosnien und Herzegowina. Nachdem er von 1999 bis 2002 die zivile Implementation des Friedensvertrags von Dayton leitete, wurde er als österreichischer Botschafter der Vereinten Nationen in Genf im Jahr 2007 mit dem Europäischen Menschenrechtspreis ausgezeichnet.

Um Bruno Kreisky nicht nur als Namenszeile in den Geschichtsbüchern wiederzufinden, verfasste Petritsch als politischer Schüler und enger Mitarbeiter des ehemaligen "Sonnenkanzlers" eine Kreisky-Biografie. Der gebürtige Klagenfurter widmete sich dem Werdegang Kreiskys von der Geburt über dessen 12-jähriges Dasein im schwedischen Exil während der Nazizeit, den Aufstieg in der österreichischen Innenpolitik sowie den Jahren als großer Reformer der Gesellschaftsstrukturen Österreichs bis hin zu den schwierigen Jahren vor Kreiskys Tod.

TW1 Geschäftsführer Peter Schöber: "Sowohl das "Erinnerungen" Interview des langjährigen ORF Informationsintendanten Johannes Kunz aus dem Jahr 1989, in dem Kreisky freimütig über seine Kanzlerjahre resümiert, als auch das vom damaligen ORF Chefredakteur Franz Kreuzer geführte Interview, das kurz vor Ende seiner langjährigen Kanzlerschaft 1982 aufgezeichnet wurde, sind mittlerweile zeithistorische Dokumente. In Kombination mit dem Gespräch von Heinz Sichrovsky mit Kreisky-Biograph Wolfgang Petritsch ist es uns gelungen, ergänzend zum umfassenden Schwerpunkt in den ORF Hauptprogrammen, weiterführende Hintergrundinformationen für ein interessiertes Fachpublikum zu bieten."

"Erinnerungen"
Im Gespräch mit Johannes Kunz nimmt Bruno Kreisky zum Beitrittsantrag Österreichs zur Europäischen Gemeinschaft Stellung - aus neutralitätspolitischen Gründen lehnte Kreisky einen Vollbeitritt ab. Er spricht sich generell gegen ein Ausgrenzen des politischen Gegners aus und bezieht sich dabei u.a. auf Jörg Haider. Außerdem macht er Strategien zur Bekämpfung der weltweit gegebenen Arbeitslosigkeit sowie der Herausbildung neuer politischer Parteien zum Thema.

Im Dialog, der in der Privatwohnung Kreiskys stattgefunden hat, ist der damalige Bundeskanzler, angesichts neuer international zu lösender Probleme wie der wachsenden Arbeitslosigkeit, überzeugt von der Zukunftsperspektive der Sozialdemokratie. Erfreut zeigt er sich auch über den sinkenden Energiebedarf Österreichs, wodurch sich Kreiskys Meinung nach die Einführung der Kernenergie erübrigt habe.

"Österreich wohin"
Vor den Herbstwahlen 1982 stellte Franz Kreuzer den führenden Politikern Fragen zur Tagespolitik und erkundigte sich nach langfristigen Konzepten. Der damalige Bundeskanzler Bruno Kreisky wurde auf Mallorca zum Gespräch gebeten.

"Das ganze Interview"
Ist das neue ausführliche Interviewsendeformat von TW1. Ziel dieser neuen TW1-Gesprächssendung ist es, dem interessierten Fachpublikum, Interviews, die von Korrespondenten, Redakteuren und Journalisten von TW1 und ORF geführt wurden, ergänzend und in voller Länge anzubieten.

Sendezeiten:

"Das ganze Interview" mit Wolfgang Petritsch: Fr, 21.1. um 22:45-23:25 Uhr, Sa, 22.1. um 11:05-11:45 Uhr, 18:30-19:10 Uhr und 23:50-00:30 Uhr und Mo, 24.1. um 19:05-19:45 Uhr

"Erinnerungen" - Johannes Kunz im Gespräch mit Bruno Kreisky: Fr, 21.1. um 23:25-00:35 Uhr, Sa, 22.1. um 11:45-12:51 Uhr, 19:10-20:16 Uhr und 22:45-23:50 Uhr

"Österreich wohin" - Franz Kreuzer im Gespräch mit Bruno Kreisky: Fr, 21.1. um 18:15-19:15 Uhr, Sa, 22.1. um 00:35-01:35 Uhr und 12:55-13:55 Uhr und So, 23.1. um 00:30-01:30 Uhr

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