Frauenberger: "Integration nicht immer am Defizit diskutieren"

Wien (OTS) - Die Debatte im ORF-Bürgerforum zum Thema "Die Türken - ewige Außenseiter?" habe wieder einmal deutlich gezeigt, dass das Schüren von Vorurteilen, von welcher Seite auch immer, wenig hilfreich für eine vernünftige Auseinandersetzung mit dem Thema Zuwanderung und Integration sei, kommentierte die Wiener Integrationsstadträtin Sandra Frauenberger heute Mittwoch. Es gehe vielmehr darum, Integration aktiv zu gestalten und die Vielfalt positiv erlebbar zu machen. Ganz klar gehöre es auch dazu, Probleme anzupacken, zu lösen und so Ängste abzubauen, betonte sie.

Frauenberger: "Integration aber permanent nur am Defizit zu diskutieren bringt uns keinen Schritt weiter. Es ist ganz im Gegenteil unerlässlich, das Potenzial vor allem der jungen WienerInnen unterschiedlicher Herkunft intensiv zu fördern und zu nutzen. Tun wir das nicht, verspielen wir unsere Zukunft."

Neben dem Erwerb der gemeinsamen Sprache seien daher gleiche Chancen beim Zugang zu Bildung und Arbeit das "Um und Auf" für einen erfolgreichen Integrationsprozess und für den sozialen Aufstieg. Genau hier setze Wien mit seinem Integrationskonzept und einer Reihe von best practice-Projekten bereits sehr erfolgreich den Hebel an, so die Stadträtin.

Die Wiener Integrationsstadträtin hob in diesem Zusammenhang auch einmal mehr die Notwendigkeit der gemeinsamen ganztägigen Schule für alle 10 bis 14-jährigen hervor. Nur so könne verhindert werden, dass sich "Bildungsferne" vererbt, betonte sie.

Als weiteren wesentlichen Schwerpunkt der Wiener Integrationspolitik nannte die Integrationsstadträtin die Förderung des Zusammenlebens: "Das funktioniert nicht von alleine. Dafür müssen wir das Bauchgefühl der Menschen treffen. Nur so können wir sie gegen populistische Hetze immunisieren und Ängste abbauen. Mit der Wiener Charta soll daher das "JA" zu Wien, zu einem guten Zusammenleben und gegenseitigem Respekt für alle verbindlich gemacht werden. Und zwar nicht von oben angeordnet, sondern in einem umfassenden Mitgestaltungsprozess, an dem sich alle WienerInnen beteiligen sollen und können. Denn nur wenn die WienerInnen die Charta in vollem Umfang mittragen, hat sie auch Gewicht."

Ziel, sei es, dass alle WienerInnen respektvoll zusammenleben und eine gemeinsame Sprache sprechen, getragen von einer klaren Haltung gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, unterstrich die Wiener Integrationsstadträtin. Frauenberger abschließend: "Integration braucht politische Verantwortung, so wie Wien sie wahrnimmt. Aber sie ist auch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Vielfalt hat Zukunft, wenn wir alle verantwortungsbewusst damit umgehen." (Schluss) gph

Rückfragen & Kontakt:

Büro Stadträtin Sandra Frauenberger
Mediensprecherin Gabriele Philipp
Tel.: +43 1 4000 81295
gabriele.philipp@wien.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK0010