Ärztekammer kritisiert "Rotstift-Politik" im Wiener KAV

Kürzungen sowohl beim Personal als auch beim Sachaufwand geplant - "Stadträtin Wehsely muss sich einschalten"

Wien (OTS) - Der Vorstand der Ärztekammer für Wien hat sich in seiner Sitzung gestern, Dienstag, Abend vehement gegen die geplanten Einsparungen beim Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) ausgesprochen. Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely wurde aufgefordert, sich rasch in die Verhandlungen einzuschalten und "geeignete Gegenmaßnahmen zu ergreifen, um der drohenden Verschlechterung der Patientenbetreuung in den Wiener KAV-Spitälern entgegenzutreten". ****

Konkret plant der KAV, im Bereich des Sachaufwands 2 Prozent und im Personalbereich 1 Prozent einzusparen. Wo die Gelder konkret abgezogen werden sollen, verrät der KAV freilich nicht. In diesem Zusammenhang weist der Präsident der Ärztekammer, Walter Dorner, darauf hin, dass das Personal in den Wiener Spitälern schon derzeit "hart am Limit" arbeite. Eine weitere Reduktion im Personalbereich hätte "weitreichende negative Folgen für die stationäre Betreuung der Patienten in der Bundeshauptstadt".

Sollte der KAV seine Einsparungspläne durchboxen, sei auch die Aufrechterhaltung des Spitalsärzte-Arbeitszeitgesetzes "massiv gefährdet". Dorner befürchtet damit eine weitere "Ausdünnung" des ärztlichen Personals, mit der automatischen Folge einer Leistungsreduktion in Diagnostik und Therapie. "Das ist unverantwortlich und gegen jede ärztliche Ethik", so der Ärztekammerpräsident. "Mit einem Federstrich könnten Einsparungen erzwungen werden, die zulasten aller in den KAV-Spitälern arbeitenden Personen gehen und in weiterer Folge die Patienten massiv zu spüren bekommen."

Vertreter der Ärzteschaft, allen voran der Obmann der Kurie angestellte Ärzte und Vizepräsident der Ärztekammer für Wien, Thomas Szekeres, hätten sich in der letzten Woche bemüht, mit KAV-Generaldirektor Wilhelm Marhold ins Gespräch zu kommen. Dieser war aber für eine Diskussion nicht erreichbar gewesen.

Nun sei die Politik gefordert, regelnd einzugreifen. Demgemäß erwartet sich Szekeres einen "Ordnungsruf" der zuständigen Gesundheitsstadträtin, um die vom KAV geplanten Einsparungen auszusetzen und stattdessen eine Expertengruppe unter Hinzuziehung von Ärztevertretern einzuberufen, "um in einem gemeinsamen Dialog mögliche Synergieeffekte zu erörtern, die dann in weiterer Zukunft zu Einsparungspotenzialen führen könnten, ohne die Leistungen am Patienten reduzieren zu müssen".

Dem "völlig konzeptlosen Einsparungswahn" des KAV werde die Ärzteschaft jedenfalls ihre Gefolgschaft verweigern. Szekeres: "Wir werden alle legitimen Mittel ergreifen, um im Sinne einer optimalen stationären Betreuung unserer Patienten in Wien der drohenden Verschlechterung in den Spitälern des Wiener Krankenanstaltenverbunds hinsichtlich personeller und sachbezogener Ausstattung entgegenzutreten." (hpp)

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