Die Einheit Europas als Frage des Umgangs mit der Vielfalt Präsentation von Buchneuerscheinungen im Hohen Haus

Wien (PK) - Der Zweite Präsident des Nationalrats Fritz
Neugebauer lud heute Abend gemeinsam mit dem Böhlau-Verlag zur Präsentation von zwei Neuerscheinungen, die zentrale Fragen des europäischen Selbstverständnisses thematisieren.

In "ABC des Minderheitenschutzes in Europa" geben die Autoren Gabriel Toggenburg und Günther Rautz in alphabethisch
angeordneten Stichworten einen Überblick über zentrale Begriffe des Minderheitenschutzes in Europa. Sie wollen damit aufzeigen, welchen Stellenwert Minderheiten und Minderheitenschutz für die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union haben. Das Buch will auch einen praktischen Leitfaden zum Verständnis aktueller politischer Fragen in diesem Bereich bieten.

Mit Fragen der Definition des Europäischen in den Kulturwissenschaften befasst sich die Publikation von Michael
Gehler und Silvio Vietta. Der von ihnen herausgegebene Band
"Europa - Europäisierung - Europäistik" enthält Beiträge zur noch jungen Disziplin der Europawissenschaften, die sich mit dem Themenkomplex der europäischen Identität, der europäischen Integration und Kooperation beschäftigt. Mit dem Begriff der "Europäistik" wird in den Kulturwissenschaften die Abkehr von der Dominanz einer nationalen hin zu einer integrativ-europäischen Perspektive signalisiert.

In seinen Begrüßungsworten dankte der Zweite Nationalratspräsident Fritz Neugebauer für das rege Interesse an den Büchern, deren gemeinsamer Nenner Europa sei, und freute
sich, dass die ehemalige Präsidentin des Deutschen Bundestags,
Rita Süssmuth, für das einleitende Statement der Veranstaltung gewonnen werden konnte.

Diese knüpfte in ihren Ausführungen an das "ABC des Minderheitenschutzes in Europa" an und hob hervor, dass der
Begriff der Minderheit einem Wandel unterworfen sei. Er umfasse heute nicht nur die ethnischen und religiösen Minderheiten im klassischen Sinn, sondern auch soziale Gruppen, wie etwa ältere Menschen, sexuelle Minderheiten oder MigrantInnen. In der Frage
des Minderheitenschutzes sei die Gesetzgebung oft besser als die Umsetzung, das gelte nicht nur für neue Mitgliedsstaaten, sondern auf für die alten EU-Länder, sagte sie. In Europa dürfe es, wenn man ein Vorbild für andere Weltregionen sein wolle, keine
doppelten Standards und keinen Opportunismus geben, wo es um den Schutz von Minderheiten gehe. Das Konzept einer Homogenisierung
der Identitäten sei eine irreführende Vorstellung, meinte Süssmuth schließlich. Vielmehr gehe es darum, wie in der Vielfalt ein Zusammenhalt von Gesellschaften, Staaten und letztlich
Europas gewährleistet werden könne.

Anschließend hatten die Autoren bzw. Herausgeber der beiden
Bücher Gelegenheit, ihre Publikationen im Detail vorzustellen.
Für die musikalische Umrahmung des Abends sorgte die Gruppe "Landor".

"ABC des Minderheitenschutzes in Europa" von Gabriel Toggenburg
und Günther Rautz sowie "Europa - Europäisierung - Europäistik", herausgegeben von Michael Gehler und Silvio Vietta, sind im
Böhlau Verlag erschienen.

HINWEIS: Fotos von dieser Buchpräsentation finden Sie - etwas zeitverzögert - auf der Website des Parlaments (www.parlament.gv.at) im Fotoalbum. (Schluss)

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