"KURIER"-Kommentar von Martina Salomon: "Zweiklassen-Bildung"

Im heimischen Bildungswesen findet schleichende Privatisierung statt.

Wien (OTS) - Welches bildungsbeflissene Elternhaus glaubt
eigentlich noch daran, dass der Nachwuchs in einer öffentlichen Schule/öffentlichen Uni top gebildet wird? In Wien kaum jemand mehr. Deshalb hat ein Run auf private Schulen eingesetzt, der sich mit einer Gesamtschul-Einführung zur Lawine auswachsen würde. Ähnliches ist bei den Unis zu erwarten.
Die Regierung hat nun ein Studentenabschreckungspaket geschnürt. Schon bisher wurden Prüfungen von Jahr zu Jahr rigider, der Studentenalltag besteht aus Punkte-Jagd, und nun gibt es auch noch neue Anmeldefristen. Aber wer auf sich hält, schickt seine Kinder ohnehin längst an teure Privatunis, wo die Studentenzahl limitiert, dafür die Betreuung garantiert ist.
Auch die heimischen Universitäten haben das für sich entdeckt: So bietet die Wirtschaftsuni immer mehr elitäre Extra-Programme an, und in Niederösterreich wird eine medizinische Privatuni gegründet -mithilfe einiger Professoren von der MedUni Wien. Es steht zu befürchten, dass diese noch weniger Zeit für ihre Wiener Studenten haben werden und man in Krems teurer, aber auch gründlicher ausgebildet wird. Da findet eine schleichende Privatisierung des Bildungswesens statt.

Rückfragen & Kontakt:

KURIER, Chefredaktion
Tel.: (01) 52 100/2601

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PKU0001