Leitl: "Gründer geben mit knapp 30.000 Neugründungen 2010 positive Impulse"

JW-Chef Roth: Gründer brauchen dringend Wachstumsbeschleuniger - Forderungen der JW nach Beteiligungsfreibetrag und GmbH light

Wien (OTS/PWK024) - "Mit über 29.000 Neugründungen im Jahr 2010 haben Österreichs Gründer trotz schwieriger wirtschaftlicher Zeiten Stabilität bewiesen haben und damit einen positiven Impuls fürs ganze Land gesetzt", zeigte sich Präsident Christoph Leitl anlässlich der Präsentation der Jungunternehmerzahlen 2010 heute, Dienstag, erfreut. Konkret wurden 29.221 Unternehmen 2010 neu gegründet - zum Vergleich:
2009 waren es 28.908. Mit dem Berufszweig der selbständigen Personenbetreuer sind es sogar 35.529 Neugründungen (plus 8,6 Prozent gegenüber 2009). Besonders erfreulich sei die gute Überlebensrate der heimischen Unternehmen, wonach nach fünf Jahren immer noch sieben von zehn Unternehmen am Markt erfolgreich sind. Leitl unterstrich auch die volkswirtschaftliche Relevanz der Unternehmensgründungen: allein 2009 wurden 66.000 Arbeitsplätze geschaffen, über Steuern und Abgaben lieferten die Gründer rund 500 Mio. an den Staat ab.

Trotz vieler positive Entwicklungen gäbe es Konjunktur-Risiken und Belastungen, die es notwendig machen, längst fällige Rahmenbedingungen für das Wachstum junger Unternehmer und die Schaffung von Arbeitsplätzen umzusetzen, zeigten sich Leitl und der Vorsitzende der Jungen Wirtschaft, Markus Roth, einig. "Die Gründer sind die jungen Pflanzen der Wirtschaft. Damit die sich gut entwickeln können, brauchen sie einen ordentlichen Wachstumsbeschleuniger. Und der heißt: 10.000,- Euro GmbH jetzt umsetzen!", so Roth. Damit sprach er die von Regierungsseite angekündigte und längst fällige Senkung des Stammkapitals bei GmbHs von 35.000,- Euro auf 10.000,- Euro an. Nachholbedarf bestehe besonders aufgrund der Tatsache, dass andere europäische Länder diesen Schritt bereits gegangen sind. "Die Angst mancher Politiker vor geringeren Einnahmen durch die Mindes-KöSt verstehe ich nicht. Ich würde mir stattdessen vielmehr Sorge um den drohenden Abgang von Gründern ins Ausland machen", bringt es Roth auf den Punkt: "Ich ersuche Justiz- und Finanzministerium, hier rasch eine Lösung zu finden und das Koalitionsabkommen in diesem Punkt umzusetzen." Vom Kanzler verlangte Roth, dass die Pflichtveröffentlichung für Gründer in der staatlichen Wiener Zeitung entfallen: "Das lässt sich alles im Internet machen."

Unternehmensfinanzierung durch Kredite wird zunehmend schwieriger

Verstärkt im Brennpunkt stünde auch die Unternehmensfinanzierung von Klein- und Kleinstunternehmen, so Leitl. Gerade in Zeiten, in denen durch Basel III, der bevorstehenden Änderung der EU-Einlagensicherungs-Richtlinie und der neuen österreichischen Bankensteuer die Unternehmensfinanzierung durch Kredite voraussichtlich teurer wird, müsse man alternative Möglichkeiten fördern. "Im Bereich "Venture Capital" liegt Europa weit hinter den USA, und Österreich befindet sich unter den Schlusslichtern in Europa", kritisiert Leitl. Um Anreize für Investoren zu setzen, fordert der WKÖ-Präsident daher einen Freibetrag für Beteiligungen privater Investoren, die in kleine Unternehmen investieren, einzuführen. "Der Freibetrag soll 50.000 Euro betragen, wobei steuerlich jährlich - innerhalb von 5 Jahren - je 10.000 Euro absetzbar sein sollen", erklärte Leitl.

KMU Studie bestätigt: Beteiligungsfreibetrag bringt win-win-win-Situation

Unterstützt wird diese Forderung von einer aktuellen Analyse der KMU-Forschung Austria, die belegt, dass diese Maßnahme eine äußerst positive Auswirkung auf die Eigenkapitalsituation der Betriebe hat:
"Selbst wenn nur 500 Investoren diese Möglichkeit in Anspruch nehmen würden, könnte den Betrieben 25 Mio. Eigenkapital jährlich zugeführt werden - mit entsprechender Hebelwirkung auf Investitionen", betonte Peter Voithofer, Verfasser der Kurzstudie, der berechnet hat, dass sich die Kosten eines Beteiligungsfreibetrags für das Budget nach drei Jahren amortisiert hätten und bereits nach fünf Jahren Rückflüsse von zehn Mio. Euro pro Jahr zu erwarten wären. "Das bringt eine klassische win-win-win-Situation für die Betriebe, die Entwicklung des Venture Capital in Österreich und nicht zuletzt -durch Steuerrückflüsse - für das Budget", zeigte sich Leitl überzeugt.

EPU-Förderung: Altersgrenze soll fallen

Weiters sprach sich Leitl für eine Abschaffung der Altersgrenze bei der - bereits 2009 durchgesetzten - EPU-Förderung "Lohnnebenkostenförderung für den ersten Mitarbeiter" aus. Dies wäre ein Schritt, der positive arbeitsmarktpolitische Auswirkungen hätte, indem einerseits Ein-Personen-Unternehmen, andererseits auch ältere Arbeitnehmer, die gerade im Vorjahr von der schwierigen Lage am Arbeitsmarkt besonders betroffen waren, unterstützt werden würden. (ES)

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