"ECHT FAIR!": Ausstellung zur Gewaltprävention für Kinder und Jugendliche

Wien (OTS) - Gewalt kommt in den besten Familien vor. Meistens ist es Gewalt des Vaters gegen die Mutter. In Österreich ist jede fünfte Frau in ihrem Leben einmal von Gewalt betroffen. Kinder und Jugendliche, die in einer gewaltvollen Umgebung aufwachsen, werden ungewollt ZeugInnen der Gewaltausbrüche weil sie selbst anwesend sind oder im Nebenzimmer alles mithören. In der überwiegenden Mehrheit der Fälle (70 Prozent) von häuslicher Gewalt werden Kinder und Jugendliche sogar selbst Opfer. Im Rahmen der Ausstellung ECHT FAIR! werden Schulklassen auf interaktive und positive Weise für das Thema familiäre Gewalt sensibilisiert. Betreut durch psychologisch geschultes Personal des Vereins Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) werden auch die Handlungskompetenzen der Kinder und Jugendlichen gestärkt. Gezeigt wird die Ausstellung vom 17. bis 28. Jänner 2011 wochentags von 9.00 bis 15.30 (Freitag 28.1. nur bis 14 Uhr) Uhr im Foyer des Stadtschulrates Wien, der diese Initiative unterstützt (1., Wipplingerstraße 28).

Der Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) und der Stadtschulrat Wien haben heute zur Pressekonferenz anlässlich der Ausstellungseröffnung eingeladen. Die interaktive Präventionsausstellung zum Thema häusliche Gewalt ist auf Initiative des Vereins AÖF und in Kooperation mit dem Stadtschulrat Wien erstmals in Österreich zu sehen. Die Schule ist ein wichtiger Ort für die Prävention häuslicher Gewalt. "Weil vor allem Kinder noch immer zu wenig Unterstützung haben und ihnen nicht zugemutet werden kann, dass sie sich selbst auf die Suche nach Hilfe machen, ist Gewaltprävention in der Schule eine Notwendigkeit. In den Lehrplänen und der pädagogischen Ausbildung ist es wichtig, das Thema stärker zu behandeln", brachte Mag.a Dr.in Susanne Brandsteidl, Amtsführende Präsidentin des Stadtschulrats für Wien, die Problematik auf den Punkt. Die Auswirkungen eines gewalttätigen Umfeldes beschränken sich nicht auf eine vorübergehende Konzentrationsschwäche und die Verschlechterung schulischer Leistungen. Vielmehr wird Gewalt als Konfliktlösungsmuster eingeübt, dies hat Auswirkungen auf das weitere Leben und auf spätere Beziehungen. "Je früher Kinder und Jugendliche ein Bewusstsein über die Auswirkungen von Gewalt erlangen, desto eher wird es ihnen möglich sein, Konflikte gewaltfrei zu lösen. Die Prägung entscheidet darüber wie sehr Kinder und Jugendliche selbst einmal bereit sind Gewalt zu erdulden oder auszuüben", resümierte Maria Rösslhumer, Geschäftsführerin des Vereins AÖF.

Ausstellungen wie ECHT FAIR! leisten einen wichtigen Beitrag zu Gewaltprävention in Schulen. Der Andrang zur Ausstellung ist groß. Bereits 25 Schulklassen, demnach ca. 700-800 SchülerInnen haben sich für die Ausstellung angemeldet. Die verschiedenen Stationen der Ausstellung vermitteln auf interaktive Art und Weise die Thematik häuslicher Gewalt. Außerdem werden die Selbst- und Handlungskompetenzen der Kinder und Jugendlichen durch ein positives und spielerisches Lernkonzept gestärkt. Weil schulische Prävention auch handlungskompetente Lehrkräfte benötigt, bietet das Ausstellungskonzept Fortbildungsmaterialien für den Unterricht. Die Bausteine der Ausstellung können nachhaltig in den pädagogischen Prozess einfließen.

Details zur Ausstellung

Die Wanderausstellung zum Thema Gewalt in der Familie kann von Schulklassen und LehrerInnen vom 17.1. - 28.1.2011 im Foyer des Stadtschulrates Wien besucht werden und dient vor allem Kindern bzw. SchülerInnen zur Information, Sensibilisierung, Unterstützung und zur Stärkung der Selbst- und Handlungskompetenzen. Aber auch Eltern können im Rahmen von Elternabenden einbezogen werden. Die Ausstellung ECHT FAIR! besteht aus 6 Säulen die je einen Präventionsschritt behandeln: 1) Erkennen der Arten von Gewalt, 2) Konflikte leben und lösen, 3) Gefühlswahrnehmung, 4) Umgang mit der Identität und Rollenerwartungen, 5) Hilfe bei Gewalt und 6) Ein gewaltfreies Leben als Grundrecht. Das positive Konzept von ECHT FAIR! und die spielerische interaktive und alle Sinne ansprechende Gestaltung der Ausstellung bietet auch umfassend Möglichkeiten für LehrerInnen, im Unterricht das Thema Prävention von erlebter Gewalt in der Familie und im sozialen Nahraum nachzubesprechen. Zusätzlich werden die SchülerInnen und LehrerInnen von Mitarbeiterinnen der Frauenhäuser und des Vereins Autonome Österreichische Frauenhäuser durch die Ausstellung begleitet und führen danach auch eine Diskussionsrunde mit den Schulklassen.

Ausstellungsöffnungszeiten: 17. bis 28. Jänner 2011. Montag bis Freitag: 9.00 bis 15.30 Uhr. Am 28. Jänner wird die Ausstellung um 14 Uhr geschlossen. Für Gruppen ist eine Anmeldung unter 01 544 08 20 erforderlich. (Schluss) ssr

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