ÖH Uni Wien: Ende des offenen Hochschulzugangs

Gesetzesentwurf führt Zugangsbeschränkungen durch die Hintertür ein

Wien (OTS) - Der heute in der Pressekonferenz von Karl und Schmied vorgestellte Gesetzesentwurf führt den Angriff auf Studierende fort:
"Unis sind keine Ausbildungfabriken! Bildungspolitik muss sich an den Student_innen orientieren und nicht an der Wirtschaft. Die Regierung muss sich gefälligst auf die Seite der Studierenden stellen und sich für den freien und offenen Hochschulzugang entscheiden," so das Vorsitzteam der ÖH Uni Wien unisono.

Die Studieneingangs- und "Orientierungs"phase (STEOP) soll in Zukunft ein Semester umfassen, in der eine oder mehrere Lehrveranstaltungen stattfinden können. Verschärft wird die Situation vor allem dadurch, dass Prüfungen in dieser STEOP nur noch ein Mal wiederholt werden dürfen. Bisher war es möglich, drei Mal anzutreten. Außerdem ist die positive Absolvierung aller Prüfungen in der STEOP Voraussetzung zur Fortsetzung des Studiums. Mit dieser Regelung können Student_innen gezielt aus ihrem Studium hinaus geprüft werden - vor allem, wenn nur noch zwei Prüfungstermine angeboten werden müssen. Liegen diese knapp hintereinander bleibt außerdem kaum noch Zeit um genug zu lernen. "Es ist eine Frechheit auf diese Art am Studieren gehindert zu werden", erzürnt sich Flora Ederaus dem Vorsitzteam der ÖH Uni Wien.

Für Schüler_innen stellt die Voranmeldung zum Studium bis zum 31. August eine weitere Hürde da. Schüler_innen, die ihre Matura wiederholen müssen, können zu diesem Termin noch kein Zeugnis vorlegen. Bisher galt das Maturazeugnis als Nachweis zur Studienberechtigung. Jetzt ist zu befürchten, dass dieser auch schon bei der Voranmeldung vorzuweisen ist. Somit könnten Schüler_innen gezwungen werden, ein Semester auszusetzen. Gerade in der Kombination mit den herabgesetzten Bezugszeitraum für die Familienbeihilfe wird das zu erheblichen Problemen führen. "Diese Politik ist ein weiterer Schritt in Richtung Eliteunis und zeigt, was die Regierung vom offenen Hochschulzugang hält: gar nichts!" zeigt sich Veronika Helfert aus dem Vorsitzteam der ÖH Uni Wien, erbost über den heute vorgelegten Gesetzesentwurf.

Beratung ist grundsätzlich wünschenswert, aber ein einmaliges Gespräch kann nicht als umfassende Information gewertet werden. Hier wird in einer Scheinaktion eine weitere Barriere geschaffen. "Es braucht die intensive Auseinandersetzung mit den verschiedenen Studienmöglichkeiten. Beispielsweise in Form eines eigens dafür geschaffenen Schulfaches in der Oberstufe. Die Form, die im Gesetzesentwurf gewählt wurde, ist sicher nicht zielführend sondern schießt am Ziel klar vorbei", fordert Oona Kroisleitner aus dem Vorsitzteam.

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