Tag des Judentums: Einsatz gegen Antisemitismus für Christen Pflicht

Ökumenischer Gottesdienst in Wien Leopoldstadt zum "Tag des Judentums" - ÖRKÖ-Delegation mit Oberrabbiner Eisenberg zusammengetroffen

Wien, 18.01.11 (KAP) Die Verpflichtung, entschiedenen gegen jede Form von Antisemitismus aufzutreten, hat der lutherische Bischof Michael Bünker betont. Beim Gottesdienst des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) zum "Tag des Judentums" am Montagabend in Wien bekannte Bünker zugleich die große Schuld, die Christen gegenüber den Juden auf sich geladen hätten. Christen seien durch Jesus Christus hineingenommen in die Geschichte Gottes mit seinem Volk Israel. Dies bedeute zugleich, dass Christen sich jeder Judenfeindschaft entgegenstemmen und dafür sorgen müssten, "dass die jüdische Gemeinde leben kann", so Bünker.

Der Gottesdienst in der Kirche St. Leopold fand dabei auf historischem Boden statt. Die Leopoldstadt (früher "Unterer Werd") war das Zentrum des jüdischen Lebens in Wien. Zu einer massiven Vertreibungen der Juden aus Wien und also auch aus dem Unteren Werd war es im Jahr 1670 gekommen. Die ehemalige Judenstadt erhielt den Namen Leopoldstadt und die große Synagoge wurde zur römisch-katholischen Kirche St. Leopold umgebaut. Bereits im August 1670 - nur einen Monat nach den Vertreibungen - wurde die Kirche geweiht.

An dem Gottesdienst nahmen u.a. ÖRKÖ-Vorsitzender Nicolae Dura, der syrisch-orthodoxe Chorepiskopus Bischofsvikar Emanuel Aydin, Bischof Manfred Scheuer und der Wiener evangelische Superintendent Hansjörg Lein teil. Mit Deborah Weissmann, der Präsidentin des "Internationalen Rats der Christen und Juden", nahm erstmals auch ein offizielle Vertreterin des Judentums an dem Gottesdienst teil, den die Kirchen in Österreich jedes Jahr am 17. Jänner feiern. Weissmann appellierte an Christen und Juden, sich gemeinsam für Frieden und Gerechtigkeit in der Welt einzusetzen.

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