Ökumene: "Christen sind der Trennung müde"

Vorsitzender des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich, Dura, fordert noch mehr gemeinsames solidarisches Handeln der Kirchen und weniger Konkurrenzdenken

Wien, 18.01.11 (KAP) Die Christen des 21. Jahrhunderts sind der Trennung müde. Das hat der Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ), der rumänisch orthodoxe Bischofsvikar Nicolae Dura, betont. In einem auf der neuen Website des ÖRKÖ (www.oekumene.at) veröffentlichten Beitrag betont Dura: "Wir müssen weg kommen vom Konkurrenzdenken hin zu noch mehr solidarischem Handeln. Für alle Kirchen gelte es, noch stärker Christus in den Blick zu nehmen. Seine optimistische Überzeugung sei es, dass es bis zu einer Einheit nicht mehr 50 Jahre dauern werde. Beispiele für gelingende Einheit seien laut Dura die zahlreichen "konfessionsverbindenden" Ehen.

Neben dem ökumenischen Dialog auf kirchenpolitischer und wissenschaftlicher Ebene brauche es vor allem aber auch Begegnungen an der Basis und eine verstärkte Zusammenarbeit im gesellschaftspolitischen Bereich. Es gelte, die gemeinsame christliche Stimme in der Gesellschaft deutlich hörbar zu machen. Zugleich rief Dura aber auch die Grenzen dieses Engagements ins Gedächtnis und warnte davor, dass sich einzelne Kirche parteipolitisch instrumentalisieren ließen.

Tief betroffen zeigte sich der ÖRKÖ-Vorsitzende nach wie vor über die Gewalt und den Terror gegen die Kopten in Ägypten. "Solidarität und Anteilnahme mit den koptischen Mitchristen ist ein Gebot der Stunde", so Dura, der zugleich auch konkrete Hilfe einforderte. Positiv sei in diesem Zusammenhang, dass die Kopten Mitglied im ÖRKÖ sind; so gebe es für die Kirchen in Österreich stets Informationen aus erster Hand. Dura: "Wir dürfen diskriminierte und verfolgte Christen in Ägypten oder im Irak nicht im Stich lassen."

Ausdrücklich wies Dura auch auf die Notwendigkeit hin, das Gespräch mit dem Judentum zu forcieren. "Wir sollten dabei mehr über die Gemeinsamkeiten sprechen als über die Unterschiede." Neben dem theologischen Gespräch sei auch die persönliche Begegnung notwendig, so Dura.

Zum Dialog mit dem Islam sagte Dura, dass es dazu keine Alternative gebe. Respekt und Toleranz brauche es allerdings von beiden Seiten. Dura verwies in diesem Zusammenhang u.a. auf das 2006 gegründete "Forum der abrahamitischen Religionen", in dem Vertreter des ÖRKÖ, des Islam und des Judentums in Österreich gemeinsam anstehende Probleme und Herausforderungen diskutieren und Lösungen suchen.

Mehr auf www.kathpress.at (ende) gpu/hkl/

nnnn

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KAT0001