"Diakonisches Jahr" als Vorbild für das neue "Sozialjahr"

Diakonie fordert Ausarbeitung des Konzepts unter Einbindung der Träger und ihrer Expertise

Wien (OTS) - "Der Vorschlag von Bundesminister Rudolf Hundstorfer für die Neugestaltung eines Sozialjahres kann als Diskussionsgrundlage dienen. Bedauerlich ist jedoch, dass die Träger des so genannten "Freiwilligen Sozialen Jahres" (FSJ) bzw. "Diakonischen Jahres" nicht in die Erarbeitung eines solchen Vorschlages eingebunden waren und somit auf mehr als 50 Jahre Erfahrung verzichtet wurde", kommentiert Michael Chalupka, Direktor der Diakonie Österreich, die Diskussion um den möglichen Ausfall des Zivildienstes. "Die Diakonie hat bereits mehr als 50 Jahre Know-how im Angebot des "Diakonischen Jahres", eine Neuausrichtung muss unter Einbeziehung dieser Expertise diskutiert werden."

Eckpunkte, wie z.B. die pädagogische Betreuung und Begleitung, die junge Menschen auf den Einsatz vorbereitet, das Verantwortungsbewusstsein für das Gemeinwohl verstärkt und soziale und interkulturelle Erfahrungen (Erwerb von Sozialkompetenz) vermittelt, sind wesentliche Bestandteile eines FSJ oder "Diakonischen Jahres".

"Nur unter solchen Voraussetzungen wird es gelingen, dass sich das Modell Sozialjahr positiv und qualitativ hochwertig in der Gesellschaft etabliert. Zusätzlich müssen natürlich weitere Säulen erarbeitet werden, insbesondere was die Anrechnung ins Berufsleben anbelangt", ist Chalupka überzeugt.

"Bedauerlich ist, dass ein entsprechender Gesetzesentwurf zur Attraktivierung eines freiwilligen sozialen Jahres seit einem Jahr auf dem Tisch liegt, aber nicht umgesetzt wurde. Dieser bietet aus Sicht der Diakonie jedenfalls eine Grundlage für die Konzipierung eines Sozialjahres. Deshalb ist eine Einbindung der Träger so schnell wie möglich erforderlich, um breiten Konsens für ein Sozialjahr zu erzielen", so Chalupka abschließend.

Im Jahr 2010 beschäftigte die Diakonie Österreich rund 330 Zivildienstleistende und rund 100 Personen absolvierten das "Diakonische Jahr".

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Bettina Klinger/Leitung Kommunikation
Diakonie Österreich
Tel: (+43) 1 409 80 01-14
Mobil: (+43) 664 314 93 95
E-Mail: bettina.klinger@diakonie.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | DIK0002