Bayr: Sudan braucht eine friedliche Abwicklung der Teilung des Landes

Erfolgreiches Unabhängigkeitsreferendum könnte Vorbildwirkung für Westsahara haben

Wien (OTS/SK) - SPÖ-Bereichssprecherin für Globale Entwicklung Petra Bayr begrüßt den weitgehend friedlichen Verlauf des Unabhängigkeitsreferendums im Sudan. "Erfreulich ist auch die Ankündigung von Präsident Bashir, das Ergebnis zu respektieren, welches mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit die Unabhängigkeit des Südens vom Norden des Landes sein wird", betont Bayr. An der Abstimmung dürften nach Schätzungen etwa 95 Prozent der Bevölkerung teilgenommen haben. "Daran wird die große Bedeutung der Aufteilung des Landes für seine Einwohner erkennbar", unterstreicht Bayr. ****

"Jetzt geht es darum, die drei wichtigen Themen des Grenzverlaufs, der Aufteilung der reichhaltigen Rohstoffe und der Aufteilung der enormen Schulden des Sudans auf friedlichem Verhandlungswege zu klären", betonte Bayr. "Der diesbezügliche Aufruf von EU-Außenministerin Catherine Ashton ist daher voll zu unterstützen. Die Begleitung der Entwicklungen durch die EU und auch durch die UNO ist auch weiterhin von essentieller Bedeutung im Sinne einer friedlichen Teilung des Landes", so Bayr weiter.

"Der Aufbau eines neuen Staates im Süden des Landes stellt sowohl die machthabende sudanesische Volksbefreiungsarmee (SPLA) unter der Führung von Salva Kiir als auch die Bevölkerung vor große Herausforderungen", ist Bayr überzeugt. "Um diese bewältigen zu können, müssen alle gewaltsamen Rivalitäten zwischen den unterschiedlichen ethnischen Bevölkerungsgruppen eingestellt werden. Vorrang hat jetzt vielmehr die Beseitigung der Armut, die Bekämpfung des hohen Analphabetismus und der sozialen Unsicherheit. Auch der Aufbau einer funktionierenden Infrastruktur ist dringend notwendig und muss ebenso wie die politische Vorbereitung zur Rückkehr der hunderttausenden Darfur-Flüchtlinge erst geleistet werden", so Bayr.

Bayr erinnert in diesem Zusammenhang auch an das noch immer ausstehende Referendum in der Westsahara, in welchem die Saharaui ihre Unabhängigkeit von Marokko beschließen könnten. "Die erfolgreiche Abwicklung des zuvor mit Spannung erwarteten Referendums im Sudan hat Vorbildwirkung und kann als positiv beispielgebend für ein Referendum in der Westsahara gewertet werden", betont Bayr. sc/mp

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