Schatz: Faire Löhne lassen weiter auf sich warten

2010 historisch niedrigster Anstieg der Bruttolöhne

Wien (OTS) - "Die von ÖNB und Statistik Austria veröffentlichten Zahlen sprechen eine klare Sprache: Während die Banken bereits wieder stattliche Gewinne einfahren, geht 2010 als das Jahr mit der niedrigsten Steigerung der Tariflöhne (1,6 Prozent) in die Geschichte ein. Die Inflation betrug hingegen 1,9 Prozent - das bedeutet, dass die Löhne wieder einmal real an Wert verloren haben. Betroffen sind davon vor allem Menschen mit niedrigem Einkommen. Es ist höchst an der Zeit, hier endlich zu handeln", fordert Birgit Schatz, ArbeitnehmerInnensprecherin der Grünen.

Auch der Einkommensbericht des Rechnungshofes dokumentiert, wie deutlich die Kaufkraft seit 1998 zurückgegangen ist und der Sozialbericht belegt, dass die Zahl der "working poor" kontinuierlich steigt. "Es ist kein Wunder, dass der Wirtschaftsaufschwung nur zögerlich von statten geht. Der private Konsum, der aus einer leichten wirtschaftlichen Verbesserung einen nachhaltigen Aufschwung machen würde, kann nicht in Fahrt kommen, wenn die Realeinkommen sinken. Abgesehen davon ist es für die Betroffenen höchst belastend, wenn sie sich von ihrem ohnehin bescheidenen Einkommen von Jahr zu Jahr weniger leisten können. Weitere Einsparungen sind für viele nicht mehr möglich und dann beginnt die Überwälzung von Konsumkosten in Kredite. Diese Entwicklung ist höchst kritisch", so Schatz weiter.

"Es ist beschämend, dass es in einem - offenbar trotz Krise - sehr wohlhabenden Land wie Österreich keine Selbstverständlichkeit ist, dass ein Vollzeitarbeitseinkommen die Mindestbedürfnisse des Alltags abdeckt. Nur ein gesetzlicher Mindestlohn, der ein Nettoeinkommen deutlich über der Armutsgefährdungsschwelle vorschreibt, kann hier Abhilfe schaffen. Diese Maßnahme ist längst überfällig", schließt Schatz.

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