KURIER: Mirjana Sanader: "Werde bespitzelt und abgehört"

Ehefrau des in Salzburg inhaftierten kroatischen Ex-Premiers hat Beschwerde beim Helsinki Komitee für Menschenrechte eingereicht

Wien (OTS) - In einem Interview mit der Tageszeitung KURIER (Sonntag-Ausgabe) erhebt Mirjana Sanader, die Ehefrau des in Auslieferungshaft befindlichen ehemaligen kroatischen Premierministers Ivo Sanader, schwere Vorwürfe gegen ihr Land: Ihre Familie stehe quasi unter Hausarrest, klagt die Professorin für Archäologie an der Universität Zagreb. Man habe ihr und ihrer Tochter Bruna mutwillig die Pässe abgenommen, sie würden rund um die Uhr bespitzelt und abgehört. "Wir sind einem Terror ausgesetzt, psychisch und physisch. Zuhause in Kroatien herrscht eine Atmosphäre der Angst, nicht nur in unserem Haus, sondern im ganzen Land." Ivo Sanader war im Dezember auf der Tauernautobahn verhaftet worden. Seine Frau bestreitet, dass er Flugtickets nach Amerika bei sich gehabt habe; ihr Mann habe sich auf einer Geschäftsreise befunden. Die kroatischen Behörden haben bisher ein Vermögen von mehr als 24 Millionen Kuna (umgerechnet 3,24 Millionen Euro) einfrieren lassen. "Es wird sich zeigen, dass wir alles, was wir besitzen, in mehr als 30 Jahren auch rechtmäßig verdient haben", stellt Mirjana Sanader dazu fest.
In der Salzburger U-Haft, die sich durch die Beschwerde Sanaders gegen die Auslieferungshaft beim Oberlandesgericht Linz um einen Monat verlängert hat, habe ihr Mann ständig Besucher, "so viele, dass ich um meine Besuchszeit kämpfen muss". An ein faires Verfahren in Kroatien glaubt Mirjana Sanader nicht. Sie würde sich wünschen, dass alle Vorwürfe gegen ihren Mann rasch aufgeklärt werden. "Obwohl das vielleicht kindisch ist zu glauben, so eine brutale Anklage ginge ohne Kampf vonstatten. Das wird ein fürchterlicher Kampf, aber mein Mann wird ihn gewinnen. Mein Mann hat bis jetzt jeden Kampf gewonnen." Sie glaube fest an die Unschuld Ivo Sanaders. "Politiker sind keine Lämmer. Aber mein Mann ist nicht so dumm, das alles gemacht zu haben, was ihm jetzt vorgeworfen wird. Es wird lange dauern, weil das in Kroatien der Fall des Jahrhunderts ist. Aber es wird sich letztendlich alles klären."

Rückfragen & Kontakt:

KURIER
Conny Bischofberger
Tel: +43-1-52100-1233
Mobile: +43 664 60700 21233
eMail: conny.bischofberger@kurier.at
www.kurier.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PKU0001