Kothgasser: "Dienst an Gemeinschaft für Christen selbstverständlich"

Salzburger Erzbischof am Schlusstag der Pastoraltagung: Leben als Gottes Gabe ist für Christen Auftrag, "nicht für sich, sondern mit Blick auf Gott und die Nächsten zu leben"

Salzburg, 15.01.11 (KAP) Der Dienst an der Gemeinschaft und das Engagement für den je guten Zweck sind "selbstverständlicher Teil der christlichen Lebensauffassung": Das betonte der Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser am Samstag, dem Schlusstag der diesjährigen Österreichischen Pastoraltagung, in Salzburg-St.Virgil zum Thema Ehrenamt. Engagement und Dienst seien keine "Sonderformen" des christlichen Lebens, sondern deren "ureigene Gestalt als Leben in Berufung zur Nachfolge". Das Leben als Gabe sei zugleich Aufgabe und Auftrag, "nicht für sich, sondern mit Blick auf Gott und die Nächsten zu leben", so Kothgasser.

Einen nüchternen Blick auf die gesellschaftliche Rolle des Christentums im anhebenden 21. Jahrhundert unternahm der Grazer Pastoraltheologe Prof. Rainer Bucher. So sei es "unübersehbar geworden, dass das Christentum in Europa religionsgemeinschaftlich gesehen eine Absteigerreligion geworden ist". Diese Krise ziehe zugleich eine "steigende Macht" der kirchlichen Ehrenamtlichen nach sich. Denn allenthalben werde ehrlich zugestanden, dass man freiwillig Engagierte brauche, weil Priester nicht mehr alles machen könnten. Für mehr hauptamtliche Laien fehle das Geld, zudem würden sie als Gefährdung der "priesterlichen Identität" gesehen.

Als besondere Krisenbereiche der Kirche nannte Bucher die gewandelte "Ordnung der Geschlechter", die Frauen ein gänzlich unabhängiges Leben ermögliche und sie von traditionellen Rollenmustern auch in der Kirche Abstand nehmen lasse; zweitens lebten heutige Menschen in einer Zeit "auch religiös irreversibler Unüberschaubarkeit"; die Weihezahlen von Priestern zeigten drittens deutlich, "dass es zumindest in unseren Breiten nicht so weitergehen kann wie bisher"; und schließlich habe die Kirche im Zuge des Missbrauchsskandals massiv an Glaubwürdigkeit verloren, weil sie - wie Bucher sagte -"offenkundig basics der eigenen Verkündigung missachtet" habe: die Solidarität Gottes mit den "Kleinen", Nächstenliebe gegenüber den Opfern, Schuld, der man sich zu stellen habe.

An der diesjährigen Pastoraltagung in Salzburg-St.Virgil nahmen 400 Fachleute aus Seelsorge und Verkündigung teil, darunter neben Erzbischof Kothgasser auch die Bischöfe Alois Schwarz (Gurk-Klagenfurt) und Manfred Scheuer (Innsbruck) sowie Altbischof Paul Iby (Eisenstadt) und Weihbischof Andreas Laun (Salzburg).

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