"profil": Stefan Matschiner: "Reger Handel mit verbotenen Substanzen an der Tagesordnung"

Ehemaliger Händler von Dopingmitteln beschreibt in einem Buch Doping als Massenphänomen im österreichischen und internationalen Spitzensport

Wien (OTS) - Das Nachrichtenmagazin "profil" druckt in seiner
Montag erscheinenden Ausgabe exklusiv Auszüge aus dem Buch "Grenzwertig" von Stefan Matschiner ab, das ab 20. Jänner im Handel erhältlich sein wird. Darin behauptet Matschiner unter anderem, dass der Handel mit verbotenen Substanzen im Spitzensport sogar im größten Leistungssportzentrumskomplex Österreichs, der so genannten "Südstadt" in Maria Enzersdorf, an der Tagesordnung steht: "Völlig logisch, dass dort, dem Gesetz von Angebot und Nachfrage folgend, ein reger Handel mit verbotenen Substanzen an der Tagesordnung war (und wohl auch ist)". Funktionäre in der "Südstadt" streiten diese Behauptung aufs heftigste ab und meinen, nur ein paar schwarze Schafe wie die des Dopings überführte Triathletin Lisa Hütthaler hätten dem Ruf der Südstadt geschadet.

Matschiner geht allerdings noch weiter und beschreibt, wie bestechlich Funktionäre, Dopingkontrolleure und Labors seien. Dies sei vor allem im Sommer 2003 von Vorteil gewesen, als sämtliche Sportler mit Nandrolon verunreinigte Steroide aus dem Untergrund bezogen. Nandrolon ist ein Steroid, das ein halbes Jahr für Dopingkontrolleure nachweisbar ist. Mittels mehrmaliger Blutwäsche konnte das Nandrolon allerdings aus den Körpern gefiltert werden, so Matschiner: "Sämtliche Athletinnen überstanden die nervenaufreibende Periode unbeschadet. Auch, weil ein eingeweihter Funktionär alle Hebel in Bewegung setzte, dass ein Besuch der Kontrolleure unterblieb."

Auch auf seine Zeit in Untersuchungshaft geht Matschiner ein. Über Julius Meinl, Zellennachbar in der Justizanstalt Josefstadt, schreibt er: "Es hatte nicht den Anschein, als sei mein Zellennachbar mit den Verrichtungen des täglichen Lebens übermäßig vertraut, deshalb fragte ich, ob ich ihm das Bett überziehen sollte."

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