TIROLER TAGESZEITUNG "Leitartikel" vom 15. Jänner 2011 von Alois Vahrner "Alarm in den Geldbörsen der Österreicher"

Das Inflationsgespenst geht wieder um. Nicht nur in Österreich, sondern weltweit. Wie furchterregend es tatsächlich sein wird, ist offen.

Innsbruck (OTS) - Vor zwei Jahren ächzten die Österreicher unter einer Preislawine, angetrieben vor allem durch Rekordpreise bei Energie wie Treibstoffen und Heizöl, aber auch bei Lebensmitteln. Die Inflationsrate explodierte 2008 auf bis zu 3,9 Prozent und war Hauptthema im damaligen Nationalratswahlkampf. 2009 stoppte die Wirtschaftskrise die Teuerung jäh ab. Im Juni 2009 gab es erstmals seit dem Jahr 1966 eine Null-Inflation. Die nur 0,5 Prozent Inflation im Gesamtjahr bedeuteten den tiefsten Wert seit 1953.
Nach der kurzen Verschnaufpause durch die Krise geht es jetzt wieder kräftig bergauf, wie die Dezember-Inflation von 2,3 Prozent zeigt. Erneut war Öl der größte Preistreiber. Und viel spricht dafür, dass es in dieser Tonart weitergehen wird, sowohl kurz- als auch längerfristig. Die anspringende Konjunktur heizt den Hunger der Welt nach Öl und anderen Rohstoffen an - und diese sind nicht nur begrenzt, sondern in manchen Bereichen bereits jetzt zunehmend knapp. Da ist neben dem Boom in den Milliarden-Einwohnerländern China und Indien auch das noch immer steigende Wachstum der Weltbevölkerung. Zur Krisenbekämpfung wurden zudem weltweit die Geldpressen der Notenbanken angeworfen. Die dabei aufgetürmten Schuldenberge müssen (siehe die Turbulenzen in manchen Euro-Ländern) eher früher als später wieder abgebaut werden. Eine höhere Inflation wird manchen Ländern dabei also gar nicht so unrecht sein.
Das mit 1. Jänner in Kraft getretene Sparpaket bringt durch höhere Steuern einen weiteren Preisschub etwa bei Sprit, Zigaretten oder Flugreisen. Höhere Preise sowie Steuern: Das bedeutet weniger Kaufkraft für die meisten Österreicher, und das wohl leider auf Jahre.

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