Neues Volksblatt: "Gebühren" (von Michael Kaltenberger)

Ausgabe vom 15. Jänner 2011

Linz (OTS) - Bei jeder Einführung neuer oder Erhöhung bestehender Steuern wird versucht, die Bürger gewogen zu stimmen, indem man ihnen den Mehrwert dieser Maßnahme erklärt. Ein Beispiel ist die angebliche ökologische Bedeutung höherer Energiesteuern.
Das erinnert an Eltern, die dem Kind erklären, die Tracht Prügel sei wichtig für den weiteren Lebensweg und daher nur zu seinem Besten gewesen.
Der Rechnungshof hat uns dieser Tage die positive Wirkung von Studiengebühren auf die Studierenden vor Augen geführt; bessere Prüfungsergebnisse, kürzere Studienzeiten und so fort.
Ganz sicher sind sich die Prüfer aber nicht: Die positiven Effekte könnten auch eine Folge des wirtschaftlichen Drucks auf die Studenten sein, heißt es im Bericht.
Wie dem auch sei, nehmen wir die Bedeutung von Studiengebühren als gegeben. Bleibt die Frage: Was bekommen die Studenten und zahlenden Eltern für ihr Geld?
Werden die Studenten nicht mehr durch monatelanges Warten auf Pflichtseminare oder Prüfungen eingebremst, wofür sie sich dann noch als Bummelstudenten beschimpfen lassen müssen? Oder wird sichergestellt, dass Diplomarbeiten von den Professoren nicht auf die lange Bank geschoben werden?
Wer zahlt, hat Anspruch auf eine Gegenleistung; auch bei Studiengebühren.

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