"KURIER"-Kommentar von Martina Salomon: "Recht auf Beschäftigung"

Ganz oder gar nicht - für beeinträchtigte Menschen das falsche Arbeitsmodell.

Wien (OTS) - In jeder Gesellschaft gibt es einen gewissen Prozentsatz nicht (mehr) arbeitsfähiger Menschen, deren Leben von der Allgemeinheit unterstützt werden muss. Solidarität mit den Schwachen ist ein hoher Wert, dem stehen Verantwortungsgefühl und Leistungsbereitschaft auf der anderen Seite gegenüber. In Österreich droht dieses Modell aus dem Gleichgewicht zu geraten. Dass ein 26-jähriger Gewalttäter Frühpension bezieht, ist erklärungsbedürftig. Noch größer aber ist das Problem der Massenflucht in die Invaliditätspension.
Logisch, dass, wer nach einem Unfall, aufgrund psychischer oder anderer Erkrankungen behindert ist, Schutz braucht. Aber ist es nicht menschenwürdiger, die Betroffenen zumindest teilweise zu beschäftigen? Gibt's nicht auch ein Recht auf Arbeit, nicht nur das Recht auf staatliche Zuwendung? Österreich stellt viel staatliche Hilfe, Arbeitsmarktprogramme und Kombilohn zur Verfügung - aber muss nicht auch der Druck erhöht werden? Warum soll nicht, wer Mindestsicherung bezieht, - seinen Fähigkeiten entsprechend - zu gemeinnütziger Arbeit herangezogen werden und so der Gesellschaft etwas zurückgeben? Machen wir es manchen nicht zu leicht, sich ausschließlich auf den Staat zu verlassen?

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