AMS setzt 2011 sein bisher größtes Reorganisationsprojekt um

Wien (OTS) - Kernstück dabei: Die Nutzung der zentralen Dienstleistungen per Selbstbedienung im Internet - Jobsuchende sparen sich dadurch manchen Weg zum AMS - AMS setzt frei werdende Zeit- und Personalressourcen für intensive Beratungstätigkeit ein

Das "alte" Arbeitsamt ist jetzt schon Geschichte, das AMS verändert sich aber noch weiter und geht in Zukunft völlig neue Wege. Das AMS hat das bisher größte Reorganisationsprojekt seiner Dienstleistungen gestartet, 2011 gehen die wichtigsten Tools ins Feld. Kernstück dabei: Die Nutzung der zentralen Dienstleistungen -wie Jobsuche, Arbeitslosengeld oder Förderungen - auch per Selbstbedienung im Internet. Arbeitsuchende mit hohem Selbsthilfepotenzial sparen sich damit manchen Weg in die Geschäftsstelle, das AMS kann die dadurch frei werdenden Personalressourcen für die intensive Beratung von Kundinnen und Kunden mit erhöhtem Betreuungsbedarf einsetzen. "Derzeit dauert ein durchschnittliches Beratungsgespräch 12 Minuten, für ein umfassendes Erstberatungsgespräch brauchen wir aber mehr Zeit. Im Endausbau des Projekts werden wir die dafür notwendigen Zeit- und Personalressourcen zur Verfügung haben", erklärte Herbert Buchinger, Vorstandsvorsitzender des AMS Österreich, heute, Freitag, anlässlich der Pressekonferenz zu Arbeitsmarktvorschau des AMS.

Neu: Arbeitslosengeld in Selbstbedienung

Bisher war es notwendig, Arbeitslosengeld persönlich in der AMS-Geschäftsstelle zu beantragen, ab sofort ist das auch via Internet möglich. Über Finanzonline können Arbeitslose seit Anfang Dezember ihren Antrag auf Arbeitslosengeld im Internet stellen. Jobsuchende sparen sich damit den Weg zum AMS und können rascher vermittelt werden, da das AMS Zeit für administrative Tätigkeiten spart. "Wir starten mit spannenden Veränderungen in diesen Tagen. Nun ist es zum Beispiel möglich, dass Saisonarbeitslose, die eine Wiedereinstellzusage haben und nur kurze Zeit arbeitslos sind, gar nicht mehr persönlich ins AMS kommen müssen. So kann zum Beispiel eine Kundin, die Ende April ihren Job als Schilehrerin in Tirol beendet und im Juni als Sportanimateurin am Wörthersee beginnt, ihr Arbeitslosengeld bequem via Internet von zu Hause aus beantragen. Oder ein Bauarbeiter, der aufgrund der Witterung beispielsweise im Dezember gekündigt wird und Mitte Februar seinen Job wieder aufnimmt, wird sich den Weg in die AMS-Geschäftsstelle sparen und die Versicherungsleistung übers Internet beantragen. Ziel ist es aber auch, dass sich Arbeitssuchende künftig verstärkt schon während der Kündigungsfrist beim AMS online melden, damit rasch mit der Jobsuche begonnen werden kann, so kann im Idealfall Arbeitslosigkeit überhaupt verhindert werden", erklärte Johannes Kopf, Vorstandsmitglied des AMS.

Freie Jobs, AMS-Termine und Förderungen in Selbstbedienung

Möglich werden die neuen Services über einen personalisierten Internetzugang, das sogenannte eAMS-Konto. Jobsuchende haben dadurch nicht nur rascheren Zugang zu den mehr als 73.000 freien Jobs im AMS-Jobroom, sondern sie können auch auf ihre persönlichen Daten zugreifen und ihr Stelleninserat gestalten. Über das eAMS-Konto ist es möglich, sich bei der Arbeitslosmeldung gleich den passenden AMS-Termin aus verschiedenen Terminvorschlägen auszusuchen und somit den/die AMS-Berater/in online "zu buchen". Zusätzlich zur An- und Abmeldung vom Arbeitslosengeldbezug können im eAMS-Konto auch Förderungen - wie z.B. Entfernungsbeihilfe, Kinderbetreuungsbeihilfe etc - per Selbstbedienung beantragt werden. Die Registrierung für ein eAMS-Konto ist über Finanzonline oder über Zugangsdaten möglich, die Jobsuchende in ihrer AMS-Geschäftsstelle bzw. mit eingeschriebenem Brief erhalten. Auch für Unternehmen bietet das AMS den raschen Zugang zu den Dienstleitungen via Internet. Mit dem eAMS-Konto können Unternehmen geeignetes Personal suchen, Stellenprofile ins Internet stellen, Förderungen beantragen oder auch den Antrag zur Beschäftigung von ausländischen Arbeitskräften im Internet stellen.

Flächendeckende Online-Betreuung für Jobsuchende in Oberösterreich

Das AMS Oberösterreich hat als erstes Pilotbundesland die im eAMS-Konto verfügbaren Selbstbedienungsangebote durch die Online-Betreuung von Arbeitsuchenden erweitert. Die Betreuung von Jobsuchenden via Internet wurde als Pilotprojekt im Jahr 2010 durchgeführt und an 100 Personen getestet. Das Ergebnis: Durch die online Betreuung konnte die Arbeitslosendauer der via Internet betreuten Jobsuchenden im Vergleich zur Referenzgruppe, die in der Geschäftsstelle betreut wurde, deutlich verkürzt werden. Damit ist es gelungen, nicht nur Menschen wieder rascher in Beschäftigung zu bringen, sondern auch Einsparungen beim Arbeitslosengeld zu erzielen. Seit Juli 2010 wird die Online-Betreuung flächendeckend im ganzen Bundesland angeboten, rund 20 Prozent der Jobsuchenden werden vom AMS Oberösterreich derzeit via Internet betreut.

Arbeitslosendauer verkürzen und damit Arbeitslosigkeit senken

"Unser Ziel, die Dauer der Arbeitslosigkeit zu verkürzen, wird durch die Selbstbedienung im Internet aktiv unterstützt. Dadurch kann Arbeitslosigkeit gesenkt und Arbeitslosengeld eingespart werden", so Kopf. Arbeitslosigkeit hat oft konjunkturelle oder strukturelle Ursachen, entsteht aber vor allem durch den Prozess der Jobsuche. Je transparenter der Jobmarkt und je rascher und leichter zugänglich die Dienstleistungen am Arbeitsmarkt sind, desto kürzer die Arbeitslosendauer und desto niedriger die Arbeitslosigkeit. Das Ökonomen-Trio Peter Diamond, Dale Mortensen und Christopher Pissarides hat mit der Theorie über "Suchmärkte" - wie beispielsweise den Arbeitsmarkt - den Wirtschaftsnobelpreis 2010 gewonnen und in der "Suchmarkttheorie" den zentralen volkswirtschaftlichen Nutzen der Arbeitsmarktverwaltungen und Jobvermittlungsagenturen betont.

Ausgrenzung einzelner Personengruppen verhindern, Benachteiligte fördern

Die Arbeitslosigkeit so kurz wie möglich zu halten und die dauerhafte Ausgrenzung einzelner Personengruppen zu verhindern, ist das zentrale Anliegen der aktiven Arbeitsmarktpolitik. Die arbeitsmarkt-politischen Ziele des AMS im Jahr 2011 sind darauf ausgerichtet, das Entstehen von Langzeitarbeitslosigkeit -insbesondere bei den am Arbeitsmarkt benachteiligten Zielgruppen Jugendliche, Ältere und Frauen - zu verhindern. Durch "early intervention"-Maßnahmen, wie gezielte Vermittlungs- und Förderangebote unterstützt das AMS den raschen Wiedereinstieg von Benachteiligten in den Arbeitsmarkt.

Qualifizierung von Frauen fördern und Nachhaltigkeit der Schulungen sichern

Um der Benachteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt entgegenzuwirken, setzt das AMS seit 2006 das arbeitsmarktpolitische Frauenprogramm "Frauen in Handwerk und Technik/FIT" um. 2011 wird dieses Programm durch zusätzliche Facharbeiterinnenintensivausbildungen für Frauen ergänzt. In diesem Programm erhalten Frauen, die nur Pflichtschulausbildung haben, die Möglichkeit, in rund eineinhalb Jahren eine Lehrausbildung zu absolvieren und sich damit von der Hilfsarbeiterin zur Fachkraft höher zu qualifizieren. Um generell die Effektivität und Nachhaltigkeit der Schulungen sicherzustellen, wird 2011 die Arbeitsaufnahmerate von Schulungsteilnehmer/innen innerhalb von drei Monaten nach Ende der Schulung ein besonderes Ziel sein. So sollen innerhalb von drei Monaten nach Schulungsende 49 Prozent der Männer und 46 Prozent der Frauen wieder eine Beschäftigung gefunden haben.

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