Plassnik: Politjustiz im Iran muss ein Ende haben

Die Sonderbeauftragte kritisiert die Verurteilung der Menschenrechtsverteidigerin Nasrin Sotudeh

Wien (OTS) - Mit grosser Bestürzung äußerte sich heute, Freitag, die Sonderbeauftragte des Aussenministeriums für internationale Frauenfragen Dr. Ursula Plassnik zur Verurteilung der iranischen Rechtsanwältin und Menschenrechtsverteidigerin Nasrin Sotudeh. Die langjährige Mitstreiterin von Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi engagierte sich aktiv insbesondere für inhaftierte Minderjährige und verteidigte andere Menschenrechtsaktivisten. Die 45-Jährige war bereits im September wegen "Angriffen auf die nationale Sicherheit" und "Propaganda gegen die Staatsführung" verhaftet worden und wartete im berüchtigten Teheraner Evin-Gefängnis auf ihre Verurteilung.

Die mehrfach ausgezeichnete Menschenrechtspreisträgerin wurde zu 11 Jahren Haft und 20 Jahren Berufs- und Ausreiseverbot verurteilt. Eine Berufung ist innerhalb der nächsten 20 Tage möglich. "Diese Verurteilung zeigt einmal mehr, dass die Regierung der Islamischen Republik Iran im Bereich der Menschen- und Frauenrechte einen Kurs der Politjustiz eingeschlagen hat", sagte Plassnik. "Nasrin Sotudeh ist ein Vorbild für mutige Frauen im Kampf gegen Unterdrückung, Berufsverbote, Degradierungen oder auch Zugangsbeschränkungen zum Arbeitsmarkt. Sie einzusperren, statt ihrer Stimme Gehör zu schenken und ihre Arbeit ernst zu nehmen, wirft ein tristes Licht auf die politische Führung in Teheran." schloss Plassnik.

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