BMUKK zum Controlling im Bundesschulwesen

Wien (OTS) - Bezug nehmend auf den aktuellen Bericht des Rechnungshofes zum Controlling im Bundesschulwesen und zur Klassenschülerhöchstzahl nimmt das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur wie folgt Stellung:

Lehrereinsatz an Bundesschulen
90 Prozent der Budgetmittel für Bundesschulen sind Personalausgaben. Hinsichtlich der Kontrolle des Personaleinsatzes ist die Zuständigkeiten in einer Abteilung des Ressorts konzentriert. Volle Transparenz des Mitteleinsatzes bis ins Klassenzimmer ist gewährleistet. Die Zuteilung der Mittel in die Bundesschulen erfolgt über ein Werteinheitenmodell (Lehrereinsatz pro Unterrichtsfach), das vom Rechnungshof als geeignetes Instrument der Ressourcensteuerung anerkannt wurde. An einer Wirkungsanalyse der bildungspolitischen Maßnahmen wird im Zuge der Haushaltsrechtsreform derzeit - wie auch in den anderen Ressorts - intensiv gearbeitet. Die Abstimmung mit den Landesschulräten muss laufend verbessert werden.

Mit dem flexiblen Zuschlagsmodell bei den Werteinheiten können rasch konkrete bildungspolitische Maßnahmen aus dem Regierungsprogramm umgesetzt werden. Das Zuschlagsmodell ist ein probates Mittel, den Ressourceneinsatz mit einem konkreten bildungspolitischen Ziel zu verknüpfen, was vom Rechnungshof bei der Senkung der Klassenschülerhöchstzahl auch begrüßt wurde. Mit dem Projekt "25+" hat sich die Situation ab 2007 für die SchülerInnen und LehrerInnen deutlich verbessert. Im Schuljahr 2006/07 gab es bundesweit 8.765 Klassen mit mehr als 25 SchülerInnen. Im Schuljahr 2009/10 konnte bereits eine Reduzierung auf 3.678 Klassen mit mehr als 25 SchülerInnen erreicht werden. Alleine für dieses Projekt wurden österreichweit 6.000 LehrerInnendienstposten geschaffen und jährlich werden dafür 280 Mio. Euro investiert.

Bildungscontrolling von bildungspolitischen Maßnahmen
Das vom Rechnungshof anerkannte Bildungscontrolling und Qualitätsmanagementsystem im Bereich der berufsbildenden höheren Schulen (QIBB) soll im Zuge der sich derzeitig in Begutachtung befindenden Novellierung des Bundes-Schulaufsichts-Gesetzes in Richtung Qualitätsmanagement im gesamten Schulbereich flächendeckend umgesetzt werden. Die Anregungen des Rechnungshofes werden dabei berücksichtigt.

Aufbau- und Ablauforganisation des Ministeriums
An einer Straffung der Aufbau- und Ablauforganisation wird im Ressort derzeit intensiv gearbeitet. Mit dem Inkrafttreten der neuen Geschäftseinteilung des Ministeriums mit 10. Juli 2010 wurden die Aufgaben der Budgetierung und des Budgetcontrollings schulartenübergreifend von zuvor vier auf eine Abteilung der Präsidialsektion zusammengefasst. Der Prozess der Neuorganisation des Ressorts geht weiter.

Schülerlverwaltungsprogramm
Im Bereich der Schülerlverwaltungsprogramme sind derzeit noch sieben Softwareapplikationen (vormals 50!) im Einsatz. Noch im heurigen Jahr wird mit der Umstellung auf ein einheitliches Softwareprogramm für die gesamte Schülerpopulation begonnen.

Schlussbemerkung
Die Empfehlungen des Rechnungshofes werden seitens des Ressorts sehr ernst genommen. Budgetcontrolling und Bildungscontrolling sind zentrale Elemente der Haushaltsreform des Bundes. Sukzessive muss die Inputsteuerung (Ressourceneinsatz und Kontrolle) mit der Output-Betrachtung (Wirkung) verknüpft werden. Auf Angemessenheit der bürokratischen Belastung wird geachtet. Das allgemeine "Controlling-Verständnis" (Definition, Sichtweise, Angemessenheit) wird auch in einem Fachdialog mit dem Rechnungshof vertieft werden -in der faktenbasierten Steuerung, Ermöglichung von Eigenverantwortung, Eröffnung von Entscheidungsspielräumen und bewältigbarer Operationalisierung von Zielen liegt der Entwicklungsprozess.

Rückfragen & Kontakt:

Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur,
Mag. Sigrid Wilhelm
Pressesprecherin
Tel.: +43-1-53120-5030
sigrid.wilhelm@bmukk.gv.at

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