Schwentner: WKÖ schützt Unternehmen, die Frauen diskriminieren

Grüne: Strafen für ArbeitnehmerInnen bei Einkommenstransparenz kontraproduktiv

Wien (OTS) - Als eine "inakzeptable Regelung mit einem extremen Ungleichgewicht zu Lasten der Frauen", bezeichnet Judith Schwentner, Frauensprecherin der Grünen, das von den Regierungsparteien im gestrigen Gleichbehandlungsausschuss beschlossene Einkommenstransparenzmodell. "Im Gesetz steht nirgends, dass die Strafen von 360 Euro für das Ausplaudern von Durchschnittsgehältern nur dann gelten, wenn dies außerhalb des Unternehmens passiert. Es ist nicht einmal klar, ob sich ArbeitnehmerInnen ungestraft bei Gehaltsverhandlungen im Unternehmen auf die in den Einkommensbericht angeführten Durchschnittsgehälter beziehen dürfen. Wie die ArbeitnehmerInnenseite bei den Sozialpartnerverhandlungen so einer Vereinbarung zustimmen konnte, ist mir unbegreiflich. Die Grünen sind strikt gegen Strafen für ArbeitnehmerInnen", so Schwentner. Auch die Rolle der Wirtschaftskammer sei höchst fragwürdig und absolut nicht nachvollziehbar. Offensichtlich wolle die Wirtschaftskammer mehr Einkommenstransparenz mit allen Mitteln bekämpfen. "Mit diesem Gesetz sollen offensichtlich jene schwarzen Schafe unter den Unternehmen geschützt werden, die sich brancheninterne Wettbewerbsvorteile verschaffen, in dem sie Frauen schlechter bezahlen als die Konkurrenz. Das ist absolut unfair jenen Unternehmen gegenüber, die sich für die Gleichstellung von Frauen und Männern engagieren", so die Grüne Frauensprecherin.
Unzufrieden zeigen sich die Grünen auch mit dem großen Spielraum, der den Unternehmen bei der Erstellung dieser Berichte gegeben wird: "Die mangelnden Vorgaben für die Erstellung der Einkommensberichte sind ganz sicher kein Qualitätsmerkmal. Hier wird der statistischen Trickserei mit Gehaltsdaten Tür und Tor geöffnet, und niemand kann das nachkontrollieren. Es muss eine Stelle geben, die die korrekte Erstellung dieser Berichte überprüfen kann" fordert Schwentner ein.

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