VIER PFOTEN fordert Einstellung der Massentötung von Füchsen

56.000 grundlos getötete Füchse - angebliche Gefahr für Menschen leicht durchschaubare und widerlegbare Ausrede

Wien (OTS) - Vielerorts findet in den kommenden Tagen die so genannte "Nacht des Fuchses" statt, wobei Füchsen über mehrere Jagdreviere hinweg mit allen verfügbaren Mitteln nachgestellt wird. Die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN fordert das Landwirtschaftsministerium und die zuständigen Landesräte auf, Fuchswochen schon während der Paarungszeit im Jänner und Februar zu unterbinden.

Die zynischerweise als "Nacht des Fuchses" bezeichneten Massenvernichtungsaktionen, bei denen unter Zuhilfenahme von Jagdgästen revierübergreifend oft Dutzende von Füchsen getötet werden, finden hauptsächlich im Jänner und Februar statt. In der winterlichen Paarungszeit sind die Füchse weitaus weniger vorsichtig als sonst, und der Schnee macht sie und ihre Spuren leichter sichtbar. Allein im letzten Winter wurden laut Statistik Austria rund 56.000 Füchse getötet. Diese werden größtenteils verscharrt oder in der Tierkörperbeseitigung entsorgt - kritische Jäger sprechen bereits vom Rotfuchs als "Wegwerfartikel Nummer eins" in unseren Wäldern
(http://www.oejv-saar.de/seite400.html).

Als Begründung für die Veranstaltung solcher Fuchsmassaker wird meist angeführt, man müsse die Fuchspopulation "regulieren", etwa, um der Ausbreitung von Seuchen (Tollwut) und Fuchsbandwurm Einhalt zu gebieten. Tatsächlich kann man die Fuchsdichte mit jagdlichen Mitteln jedoch keineswegs kontrollieren: Je mehr Füchse durch Jagd oder Unfälle sterben, desto stärker steigt die Geburtenrate. Andersherum führt eine sinkende Sterblichkeit durch soziale Regulationsmechanismen zu weniger Nachwuchs. Von einer wie auch immer gearteten Notwendigkeit, Füchse zur vermeintlichen Bestandsreduktion zu bejagen, kann also keine Rede sein.

Dabei verursachen gerade die "Nächte des Fuchses" viel unnötiges Tierleid. Zum einen sorgt die intensive Jagd gerade jetzt im Winter, wo Wildtiere mit ihrer Kraft haushalten müssen und nicht unnötig beunruhigt werden sollten, für massive Störungen in Wald und Feld. Darüber hinaus können die zahllosen Fuchsrüden, die nach der erfolgreichen Paarung mit einer Füchsin getötet werden, ihre wichtige Rolle bei der Aufzucht des Nachwuchses nicht mehr erfüllen. Wie Forschungsarbeiten jedoch unmissverständlich zeigen, sinken Überlebenschancen und Kondition der Welpen deutlich, wenn der Fuchsvater die Familie nicht mit Nahrung versorgen und vor Konkurrenten schützen kann.

Der Fuchs ist ein hübscher und intelligenter, mit unseren Haushunden verwandter Beutegreifer, der als Gesundheitspolizist und Mäusejäger wichtige Dienste leistet. Umso unverständlicher ist, warum er wie ein Schädling verfolgt und ihm nicht einmal eine Schonzeit zugestanden wird.

VIER PFOTEN fordert Bund und Länder auf eine Schonzeit von Anfang Jänner bis Ende September zu erlassen. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass auch der Fuchs seinen Nachwuchs ungestört von menschlichen Nachstellungen großziehen kann. Die Hauptforderung ist allerdings die Streichung der tierschutzrechtlich äußerst bedenklichen Ausnahme der Jagd aus dem Tierschutzgesetz, wobei gleichzeitig darauf hingewiesen wird, dass die Organisation jede entdeckte jagdliche Tierquälerei strafrechtlich zur Anzeige bringt.

Umfassende Infos zum Rotfuchs (Vulpes vulpes): www.fuechse.info

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