"KURIER"-Kommentar von Karin Leitner: "Lichtscheuer KHG"

Grassers Klage über das öffentliche Interesse an ihm ist absurd.

Wien (OTS) - Wer in die Politik geht, dem muss klar sein, dass er
im Fokus ist. Manche mögen das, andere nicht. Kein Problem hatte Finanzminister Grasser mit den Scheinwerfern, die auf ihn strahlten; im Gegenteil: Er suchte das Licht.
Der Mann wusste sich zu inszenieren. Als "KHG" machte er sich selbst zur Marke. In jedes Mikrofon, das ihm hingehalten wurde, sprach er hinein. Bei "Road-Shows" gab er den Entertainer, in deutschen Talk-Sendungen heischte er nach Applaus, in "Wetten, dass ..?" präsentierte er sich und seine Frau Fiona einem Millionen-Publikum. Mit der Aufnahme in den milliardenschweren Swarovski-Clan erweiterte er den medialen Wirkungskreis: Auch die "Seitenblicker" aus der Glitzerwelt waren ihm willkommen. Mittlerweile ist Grasser lichtscheu. Er empört sich darüber, dass sich die Bürger für ihn interessieren - und Medien die Ermittlungen der Finanz- und Justizbehörden gegen ihn thematisieren.
Ja, was glaubt er denn? Einer, der sich derart in den Mittelpunkt gerückt hat, darf sich nicht wundern, wenn er dort bleibt. Auch für einen KHG wird nicht gespielt, was er wünscht: Öffentlichkeit nur dann, wenn sie ihm genehm ist - weil er in dieser glänzen kann.

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