Wöginger: Freiwilliges Sozialjahr kann Zivildienst nicht ersetzen

ÖVP-Zivildienst- und Freiwilligensprecher: Bezahlte "Freiwillige" gefährden System der Ehrenamtlichkeit

Wien (OTS/ÖVP-PK) - Der Zivildienst mit seinen rund 13.000 Zivildienern ist eine unverzichtbare Stütze vor allem in unserem Sozial- und Gesundheitssystem. "Die Wehrpflicht als spätes Wahlzuckerl abzuschaffen, ohne ein realistisches Konzept für einen finanzierbaren, funktionierenden und planbaren Ersatz für den Zivildienst vorzulegen, bringt Verunsicherung bei den Bürgern und bei den Organisationen, und ist nicht ehrlich", sagt ÖVP-Zivildienst- und Freiwilligensprecher August Wöginger heute, Donnerstag.

Ein wirkliches freiwilliges soziales Jahr auf Basis eines Gesetzes und als Berufsfindungs- und Orientierungsjahr für junge Menschen wäre im Sinne der Erfinder. Die ÖVP hat schon vor rund einem Jahr einen Gesetzesvorschlag dazu unterstützt, den Hundstorfer damals noch abgelehnt hat. "Ein Sozialjahr, auch wenn es mit finanziellen Anreizen und zusätzlichen Vorteilen ausgestattet wird, kann aber nicht die zahlreichen Zivildiener ersetzen. Warum sollen tausende Frauen und Männer freiwillig im Gesundheits- und Sozialbereich arbeiten, wenn wir schon jetzt teilweise große Probleme haben, freie Arbeitsplätze in diesem Sektor zu besetzen?", kritisiert Wöginger. "Noch dazu geht die SPÖ mit dem Begriff "freiwillig" nicht ehrlich um: Bei einer vorgeschlagenen Bezahlung nach dem Kollektivvertrag ist das sicher kein "freiwilliger" Dienst an der Gesellschaft, sondern ganz einfach ein Job wie jeder andere. Wobei wir hier mit den 1.300 Euro in Richtung Lohn- und Sozialdumping über die Hintertüre gehen. Der KV-Gehalt beim Roten Kreuz OÖ liegt bei rund 1.600 Euro netto".

"Und was denken sich die über 50.000 Ehrenamtlichen beim Roten Kreuz, die aus Überzeugung und Idealismus anderen helfen, wenn gleichzeitig die sogenannten "Freiwilligen" mit 1.300 Euro im Monat denselben Dienst versehen? Da setzen wir - gerade im Jahr der Ehrenamtlichkeit - das bewährte System unserer freiwillig und unbezahlt engagierten Bürgerinnen und Bürger aufs Spiel", ist Wöginger skeptisch.

"Kein Zivildienst und einige wenige "bezahlte" Freiwillige bedeuten eine enorme Steigerung der Kosten im Sozial- und Gesundheitsbereich. Und das in Zeiten, wo wir jetzt schon vor großen finanziellen Problemen im Gesundheits-, Sozial- und Pflegebereich stehen. Das ist nicht wirklich ein Konzept, um die Abschaffung des Zivildienstes zu rechtfertigen", warnt Wöginger abschließend.
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