Kritik am Kritiker: Selbständige Apotheker sind für Dialog mit Hauptverband!

Wien (OTS) - Statt den Hauptverband in Frage zu stellen und einen persönlichen Konflikt vom Zaun zu brechen, sollte der Ärztekammer-Präsident den Untertitel des im November 2010 vorgelegten "Masterplan Gesundheit" noch einmal studieren, reagiert heute, Donnerstag, der Präsident des Österreichischen Apothekerverbandes Dr. Friedemann Bachleitner-Hofmann auf die Dorner-Kritik am Hauptverband der Sozialversicherungsträger.

"Einladung zum Dialog" ist der Untertitel eines Strategiepapiers und als solche würde die Apothekerschaft dieses auch verstehen. "Wir müssen gemeinsam, im Dialog, nachdenken, wie wir das Gesundheitssystem effizienter, fairer und auch wirtschaftlicher machen können", so der Chef der selbständigen Apotheker Österreichs. Die Kritik der Ärztekammer sei "zu durchschaubar", offensichtlich gehe es "nur um Honorarfragen für die Ärzte". Daher: "Wenn wir mit so einem Denkansatz in die Diskussion gehen, wird es nie eine Gesundheitsreform geben", meint der Apotheker-Präsident.

Der Ansatz, die Finanzierung aus "einer Hand" nach dem Prinzip "Geld folgt Leistung" zu gestalten, sei absolut richtig. Das österreichische Gesundheitssystem sei zwar das "beste der Welt", aber auch eines der teuersten und am meisten zersplittert, konstatiert Bachleitner-Hofmann. Aus dem Feldversuch mit dem Arzneimittelsicherheitsgurt in Salzburg 2007 und - daraus folgend -mit dem neuen Projekt "e-Medikation" wisse man, welche Folgen es haben kann, wenn ein z. B. chronisch kranker Patient verschiedene Medikamente von den verschiedensten Stellen im Gesundheitssystem bekommt.

Zur Erinnerung: Rund 30.000 Patienten nahmen 2007 und 2008 in Salzburg am Pilotprojekt "Arzneimittelsicherheitsgurt mit e-card" teil. Mehr als 70.000 Medikationen wurden erfasst, davon waren fast 28.000 arzneimittelbezogene Probleme durch den Apotheker zu lösen. 61% zum Teil gefährliche Wechselwirkungen, 19% Doppelmedikationen (Mehrfachverschreibungen) und 20% Compliance (= Therapieverlaufs-)Fehler wurden entdeckt.

Bachleitner-Hofmann: "Hat Sie der Zahnarzt bei der letzten Behandlung gefragt, ob Sie zum verschriebenen Schmerzmittel noch andere Medikamente einnehmen? Das ist der Kern des Problems! Dass die verschiedenen Stellen im Gesundheitswesen nicht oder zu wenig abgestimmt sind!"

Umso lobenswerter sind nun die Ziele, die sich im "Masterplan Gesundheit" des Hauptverbandes finden. Einheitliche, bundesweit gültige Gesundheitsziele sollen unter anderem entwickelt werden. Die Gesundheitsvorsorge soll verstärkt werden. Neue strukturierte Programme zu Behandlung chronisch Kranker - Stichwort Disease Management Programme - sollen kommen. Und: Krankheit kennt keine Öffnungszeiten!

Bachleitner-Hofmann abschließend: "Ich kann die Kritik von Präsident Dorner nicht ganz nachvollziehen. Die Vorschläge sind patientenorientiert und machen Sinn. Wir Apotheker freuen uns auf den Dialog mit den Playern im Gesundheitssystem!"

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Mag. pharm. Hans Jakesz
Pressesprecher Österreichischer Apothekerverband
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