Der Stachel sitzt tiefer (von Daniela Gross)

Ausgabe 13. Jan. 2011

Klagenfurt (OTS) - Endlich traut man sich und nennt das Kind beim Namen. Denn eines ist sicher: Niemand fürchtet sich, dass von heute auf morgen an Österreichs Grenzen der Krieg ausbricht und nicht genügend ausgebildete Männer mit dem Gewehr bei Fuß stehen und die Panzer lenken. Das vorgeschobene Argument der Landesverteidigung in der Wehrpflicht-Diskussion war so lächerlich wie unglaubwürdig. Augenauswischerei, denn der Stachel sitzt tiefer. Fällt die Wehrpflicht, fällt der Zivildienst. Fällt der Zivildienst, stehen die sozialen Dienste, die auf den Einsatz der Tausenden Burschen angewiesen sind, über Nacht im Regen. Und noch mehr steht auf der Kippe: Das Miteinander. Das Füreinander-Dasein. Blödsinn? Dann sollte ein Kosten-Nutzen-Argument die Hardliner an den Schlüsselpositionen überzeugen. Ohne die Zivildiener wird der Sozialdienst wesentlich teurer. Schon jetzt ist er eine halbherzige Lösung, weil man die Zivildiener billig arbeiten lässt.

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