Neues Volksblatt: "Ehrenamt" (von Michael Kaltenberger)

Ausgabe vom 13. Jänner 2011

Linz (OTS) - Ein flotter Spruch im Wiener Wahlkampf, wie "Weg mit der Wehrpflicht!", ist das eine, die Umsetzung der Forderung, und zwar so, dass sie nicht geradewegs ins Chaos führt, ist das andere. Schwierig wird es auf jeden Fall, wie man an den hektischen Verhandlungen der SPÖ-Granden über Wehrpflicht und Zivildienst sieht. Dabei geht es derzeit nur um eine halbwegs finanzierbare Ersatzlösung nach dem Ausfall der Zivildiener. Noch gar nicht bedacht ist die Frage, wie ein bezahltes freiwilliges Sozialjahr auf die Ehrenamtlichen wirkt. Allein beim Roten Kreuz stehen derzeit 4027 Zivildienern 51.340 Ehrenamtliche gegenüber. Gut 50.000 Frauen und Männer, die vielleicht nachzudenken beginnen, warum sie um Gottes Lohn ihre Freizeit im Rettungsauto verbringen sollen, während andere für die selbe Tätigkeit bezahlt werden.
Niemand kann voraussagen, wie dieser Denkprozess endet.
Und noch etwas sollte man berücksichtigen: Viele Ehrenamtliche haben den Weg zu den Sozial- oder Rettungsorganisationen über den Zivildienst gefunden. Wird das mit den bezahlten Freiwilligen auch so sein?
Wenn wir nicht aufpassen, wird der rote Wahlkampf-Gag ein Anschlag auf das Ehrenamt. Und das im Jahr der Ehrenamtlichkeit!

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