Sehr zaghafte wirtschaftliche Entwicklung von Gewerbe- und Handwerksbetrieben

WKÖ-Heindl fordert Forschungscoach : "Hervorragendes Potenzial unserer Fachkräfte durch Innovationen besser zur Geltung bringen" - Lehrstellenförderungen beibehalten

Wien (OTS/PWK013) - Als "ein bisserl zach" fasst Helmut Heindl, Geschäftsführer der Bundessparte Gewerbe und Handwerk der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), die konjunkturelle Entwicklung der Gewerbe- und Handwerksbetriebe der vergangenen Monate zusammen.

Walter Bornett, Direktor der KMU-Forschung Austria, ergänzt: "Es geht etwas aufwärts. Aber sehr zaghaft. Das Gesamtjahr 2010 wird ein leichtes Umsatzplus bei anhaltend schwacher Ertragslage bringen." Im Durchschnitt sind die Auftragseingänge bzw. Umsätze im 1. - 3. Quartal 2010 gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr wertmäßig um 0,8 Prozent gesunken. Das Gewerbe und Handwerk insgesamt hat sich damit schlechter entwickelt als die Gesamtwirtschaft (im Vergleich:
+3,5 Prozent). Die Vorhersage für das laufende Quartal 2011 ist gedämpft optimistisch: 64 Prozent erwarten bei den Aufträgen keine Veränderung zum Vorjahr, 21 Prozent steigende Aufträge, und 15 Prozent der Betriebe gehen von Auftragsrückgängen aus.

"Bau (4 Prozent weniger Aufträge) und Baunebengewerbe sind hauptbetroffen von der schlechten Entwicklung. Sie spüren vor allem das Auslaufen der Konjunkturpakete. Die privaten Auftraggeber können diese nicht im ausreichenden Maße ausgleichen. Bei Installateuren und Elektrikern (-3,5%), Steinmetze (-2,7%), Dachdeckern (-2%) und Malern (-1,3%) ist daher alles andere als eine Erholung eingetreten", analysiert Bornett.

Zur Personalplanung von Gewerbe und Handwerk betont Bornett: "80 Prozent der Betriebe wollen ihren Personalstand halten. Die Winterarbeitslosigkeit in unserer Sparte fällt daher geringer aus, als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Trotzdem ergibt sich im Durchschnitt eine geplante Verringerung des Beschäftigtenstandes um 2,2 Prozent." Heindl: "Gewerbe und Handwerk werden von Familienbetrieben dominiert. Daher sind den Betrieben ihre Mitarbeiter ein besonderes Anliegen. Die Freisetzung ist die allerletzte Möglichkeit." Heindl appelliert an die Politik, die Lehrstellenförderung auch in den kommenden Jahren beizubehalten:
"Denn die Lehrstellenförderung stellt eine Abgeltung einer gesellschaftspolitischen Leistung unserer Betriebe dar."

Darüber hinaus präsentiert Heindl seine Forderung nach einem Forschungscoach für die heimischen Klein- und Mittelbetriebe: "Auch die KMUs müssen sich in einem brutalen internationalen Wettbewerb beweisen. Unsere Fachkräfte zählen zu den Spitzenkräfte Europas, wie zuletzt die zahlreichen Goldmedaillen bei den Euroskills gezeigt haben. Dieses ausgezeichnete Potential müssen wir in unseren Forschungsanstrengungen besser zur Geltung bringen." Heindl bringt es auf den Punkt: "Den kleinen und mittleren Unternehmen fehlt es an Innovationsmanagement. Die eigentliche Forschung wir oft mangelnd strukturiert durchgeführt. Gewerbe und Handwerksbetriebe brauchen daher eine administrative Forschungsbegleitung. Unsere forschungswilligen KMUs sollen bei ihren Forschungsprojekten durch eine regelmäßige Projektkontrolle des Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG), also durch einen Forschungscoach, unterstützt werden." (AC)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich
Bundessparte Gewerbe und Handwerk
Mag. Helmut Heindl
Tel.: +43 (0)5 90 900 3291
E-Mail: helmut.heindl@wko.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0001