Greenpeace: Trotz Wirtschaftskrise Kioto-Ziel meilenweit verfehlt

Treibhausgasbilanz 2009 beschert Strafzahlungen von hunderten Millionen Euro

Wien (OTS) - "Österreich befindet sich sogar am Höhepunkt der Wirtschaftskrise meilenweit entfernt von seinem Kioto-Ziel", kommentiert die Umweltorganisation Greenpeace die heute präsentierte Treibhausgasbilanz des Jahres 2009. Obwohl sich Österreich bereits in der Kioto-Phase (2008-2012) befindet und damit jährlich das gesetzte Ziel erreichen muss, liegt die Republik mit 80,1 Millionen Tonnen CO2 mehr als elf Millionen Tonnen CO2 darüber.

"Umweltminister Berlakovich schafft es nach wie vor nicht, Klimaschutzpolitik in Österreich durchzusetzen. Die Strafe für diese Versäumnisse trifft einmal mehr den Steuerzahler. Uns erwarten alleine für die Jahre 2008 und 2009 Strafzahlungen in der Höhe von hunderten Millionen Euro. Die Strafen für die verbleibenden drei Jahre sind hier noch gar nicht mitgerechnet", erklärt Niklas Schinerl, Energiesprecher von Greenpeace.

Verkehr und Industrie stellen sich in diesem Zusammenhang erneut als die großen Sorgenkinder im österreichischen Klimaschutz dar. Während die Treibhausgasemissionen in den Sektoren Industrie und produzierendes Gewerbe seit zwanzig Jahren angestiegen sind, kommt es im Jahr 2009 zu einem deutlichen Rückgang der Emissionen. Dieser ist lediglich mit dem Höhepunkt der Wirtschaftskrise und dem Ausfall und Rückgang im Produktionsbereich zu erklären. Die Emissionen werden bereits im folgenden Jahr wieder deutlich ansteigen und Österreich droht sich damit noch weiter vom Kioto-Ziel zu entfernen.

Neben den rezessionsbedingten Einbrüchen beim Güterverkehr kommt im Verkehrssektor vor allem die Beimischung von Agrotreibstoffen zum Tragen. Allerdings sind Agrotreibstoffe keine Klimaschutzmaßnahme, sondern lediglich ein Bilanzierungstrick. Denn Agrotreibstoffe führen zu Treibhausgasemissionen in anderen Ländern, die lediglich in der österreichischen Treibhausgasbilanz nicht aufscheinen. Das Klima weltweit wird dadurch nicht entlastet.

Für Greenpeace steht fest: Damit Klimaschutz in Österreich gelingt, braucht es die sofortige Investition einer Milliarde Euro in thermische Sanierung, die Einführung einer umfassenden aufkommensneutralen CO2-Steuer und das Aufheben der Einschränkungen beim Ökostrom. "Anstatt diese Maßnahmen umzusetzen, vertröstet uns der Umweltminister auf ein Klimaschutzgesetz, das seit Jahren groß angekündigt wird, jedoch bis heute kein Kilogramm CO2 eingespart hat", fasst Niklas Schinerl zusammen.

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Niklas Schinerl, Klima- und Energiesprecher Greenpeace
Tel.: +43 664 612 67 04
Melanie Beran, Pressesprecherin Greenpeace
Tel.: +43 664 6126718

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