Sünkel bei Neujahrsempfang 2011: "Uni-Baustellen harren der Bearbeitung"

uniko-Appell zum 100-Jahr-Jubiläum der Rektoren- bzw. Universitätenkonferenz

Wien (OTS) - Einen eindringlichen Appell, 2011 bessere Rahmenbedingungen für die Universitäten zu schaffen, richtete der Präsident der Österreichischen Universitätenkonferenz (uniko) und Rektor der TU Graz, Hans Sünkel, am Dienstagabend an die Politik. "Das nächste Bundesfinanzrahmengesetz, das auf den Zeitraum 2012 bis 2015 fokussiert und die nächste Leistungsvereinbarungsperiode abdeckt, muss für unsere Universitäten eine solide budgetäre Basis bieten, um Schaden vom höchsten Bildungssystem unseres Landes fernzuhalten", forderte Sünkel anlässlich des traditionellen Neujahrsempfangs der uniko in Wien. Die Loipersdorfer Beschlüsse der Bundesregierung vom Herbst 2010 bezüglich einer zusätzlichen Dotierung der Universitäten seien nur ein erster Schritt, dem sehr viel größere folgen müssten.

"Um im globalen Wettbewerb bestehen zu können, ist Übermut nicht förderlich, Demut nicht angebracht, jedoch Mut sehr wohl erforderlich", meinte der Präsident der uniko. Die künftigen Rahmenbedingungen würden nicht bloß durch das Budget definiert, sondern umfassten gleichermaßen die Themen Hochschulplan, Hochschulzugang, Studienplatzfinanzierung und private Finanzierungsmodelle. "All diese Baustellen harren derzeit einer vordringlichen Bearbeitung, die wohl nur gemeinsam durch das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung und die Universitäten erfolgreich bewältigt werden kann."

Sünkel wies einmal mehr darauf hin, dass die mitunter "urwüchsige Entwicklung des tertiären Sektors" in Österreich ein Bildungssystem hervorgebracht habe, das geschützte Bereiche neben ungeschützte stelle, gut planbare neben kaum planbare, und gut ausgestattete neben schlecht dotierte - was zu Wettbewerbsverzerrungen und zu Verdrängungseffekten führe. Wenn dann noch - so wie in der jüngsten Gesetzesnovelle vorgesehen - Kapazitätsgrenzen für Universitäten nach einer längst unhaltbaren Situation ausgerichtet werden, sei dies entbehrlich. "Was wir in unserem gesamten Bildungssystem brauchen, ist eine gemeinsame Strategie, ein geordneter Zugang zu den vielfältigen Bildungsangeboten und eine hinreichende Unterstützung sozial benachteiligter Studierender", betonte der Präsident der uniko. An die Adresse der Koalitionsparteien gerichtet, meinte Sünkel: "Versuchen wir auch einen politischen Paradigmenwechsel, indem wir dem jeweiligen politischen Gegner und erst recht dem politischen Partner auch einen Erfolg gönnen!"

Das gleichzeitig mit dem Neujahrsempfang begangene Jubiläum "100 Jahre Rektorenkonferenz" nützte der Präsident der nunmehrigen Universitätenkonferenz für einen Rück- und Ausblick: "Wir haben gelernt, dass man in die falsche Richtung fährt, wenn man Zukunft stets mit Gegenwind gleichsetzt; und dass es vorteilhaft ist, wenn wir uns als gleichwertige Partner verstehen - unabhängig davon, ob das Betätigungsfeld dem akademischen, privaten oder öffentlichen Sektor angehört." Sünkel bedankte sich bei der Gelegenheit bei der Bank Austria als bewährter Kooperationspartnerin der Universitäten für die wohlwollende Unterstützung in den vergangenen Jahrzehnten sowie dem Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung mit Ministerin Beatrix Karl an der Spitze für das bewiesene Verständnis und Engagement in universitären Belangen.

Seinen besonderen Dank sprach Präsident Sünkel seinem Vorgänger an der Spitze der uniko, WU-Rektor Christoph Badelt, aus, der aus der Hand der Bundesministerin das Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich entgegennahm. "Die enormen Leistungen von Rektor Badelt sind ein beeindruckender Beweis, dass eine Person wie er dringend notwendig war - als treibende Kraft seiner Universität und der Universitätenkonferenz", sagte Sünkel.

Weitere Bilder unter:
http://pressefotos.at/m.php?g=1&u=43&dir=201101&e=20110111_u&a=event

Rückfragen & Kontakt:

Manfred Kadi
Referent für Öffentlichkeitsarbeit
Österreichische Universitätenkonferenz
Floragasse 7 / 7, 1040 Wien
Tel.: +43 (0)1 310 56 56 - 24
Fax: +43 (0)1 310 56 56 - 22
Email: manfred.kadi@uniko.ac.at
Homepage: www.uniko.ac.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | RKO0001