Junge Industrie: Versagen der Pensionspolitik unübersehbar

JI-Mitterbauer: "Hacklerregelung" als "unsolidarisches Privileg" boomt mehr denn je - Flucht in Frühpension nicht auch noch belohnen - Unmut der Jugend erreicht langsam Schmerzgrenze

Wien (OTS) - "Das Versagen der österreichischen Pensionspolitik
ist unübersehbar", betonte die Bundesvorsitzende der Jungen Industrie (JI) Dr. Therese Mitterbauer angesichts der jüngsten Daten des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger zum "Boom" der "Hacklerregelung". Demnach nutzten zuletzt bereits 73 Prozent aller Frühpensionisten die "Hacklerregelung" - 2008 lag der Durchschnitt bei "nur" 58 Prozent. Besonders populär ist diese zudem weiterhin bei den Beamten. "Aus Sicht der Jungen ist die 'Hacklerregelung' ohnehin ein unsolidarische Privileg zu Lasten der Jungen. Dass gerade der geschützte Bereich nicht einmal die ohnehin mehr oder minder kosmetischen 'Verschlechterungen' der Bundesregierung akzeptieren und vor den Verfassungsgerichtshof ziehen will, ist schlicht und einfach eine Verhöhnung der Jüngeren!", so Mitterbauer mit Blick auf aktuelle Aussagen seitens der Gewerkschaft öffentlicher Dienst, deren Spitzenvertreter "sich scheinbar als die Sargträger des österreichischen Wohlstandes profilieren wollen und keinerlei Solidarität mit den Jungen zeigen", wie Mitterbauer betonte. In anderen Ländern werde überall gespart, selbst das Kürzen von Beamtengehältern sei kein Tabu.

Die Bundesregierung könne und dürfe die Augen vor der zunehmenden Schieflage im Pensionssystem nicht länger verschließen, forderte die Bundesvorsitzende der Jungen Industrie: "Wenn es uns - gefragt sind hier natürlich auch die Unternehmen - nicht gelingt die Menschen länger in Arbeit zu halten, dann droht dem System der Kollaps." Alleine eine Anhebung des faktischen Pensionsantrittsalters um ein Jahr würde das Budget um rund eine Milliarde Euro entlasten. "Bei den Zukunftsthemen wie etwa Bildung sowie Forschung und Entwicklung fehlt uns das Geld - für die populistischen Fehler der Vergangenheit werden noch viele Generationen zahlen müssen." Man müsse daher sofort gegensteuern und dürfe die Flucht in die Frühpension nicht auch noch belohnen.

Gefordert seien alle, ihren Beitrag zur Konsolidierung der Staatsfinanzen zu leisten: "Der geschützte Bereich darf sich hier nicht wieder die Rosinen herauspicken." Überhaupt sei die Regierung gut beraten, sich politisch nicht nach den "ewiggleichen, ewiggestrigen Betonieren" zu richten. "Die Wählerinnen und Wähler sind längst weiter, der Unmut vieler über die Privilegien einiger Weniger mit zugegebenermaßen starken Interessenvertretungen steigt stetig", warnte Mitterbauer. Dass in der Bundesregierung stattdessen darüber diskutiert werde, ob die "Hacklerregelung" nun 2030 oder 2050 endgültig abgeschafft werde, könne in diesem Sinne nur als "schlechter Scherz" qualifiziert werden. "Die Politik muss endlich aufwachen, wenn sie nicht will, dass der Frust der Jugend nicht zunehmend in reine Wut umschlägt. Irgendwann reicht es auch uns!", so die JI-Bundesvorsitzende.

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