Jank: Zuversicht der Wiener Unternehmer steigt

Hälfte der Wiener Unternehmer beurteilt die Geschäftslage mit sehr gut oder gut. 95 Prozent wollen Personalstand halten bzw. ausbauen. Investitionsbereitschaft steigt

Wien (OTS) - Die guten Position Österreichs und die Aussichten auf eine verbesserte Konjunktur lassen auch die Erwartungen der Wiener Unternehmer nach oben gehen. Eine aktuell durchgeführte Umfrage unter 1000 Wiener Unternehmen aus allen Sparten im Auftrag der Wirtschaftskammer Wien bestätigt diesen Trend. "2011 kehrt die Wirtschaftskraft breitenwirksam zurück", sagt Wirtschaftskammer Wien-Präsidentin Brigitte Jank. Voraussetzung sei aber, dass die heimische Wirtschaftspolitik mit großer Sensibilität und Sachverstand den unternehmerischen Mut der Wirtschaftstreibenden aufgreift, unterstützt und fördert - vor allem im Bereich der Besteuerung von kleineren und mittleren Unternehmen. Eben hierzu legt Jank neue Vorschläge vor.

Positive Konjunkturdaten
Die Umfrage hat ergeben, dass rund 51 % der Unternehmer die derzeitige Geschäftslage mit sehr gut oder gut beurteilen. Die positive Stimmung zieht sich durch alle Sparten. Und auch die Zukunft sehen die Unternehmer in Wien wesentlich positiver. 46 % gehen davon aus, dass sich die Geschäftslage weiter verbessern wird. Erfreuliche Nachrichten gibt es laut Umfrage auch für die Arbeitsmarktsituation in Wien. In Hinblick auf die gestiegenen Zukunftserwartungen, ist der Anteil der Unternehmer, die ihren Personalstand erhöhen wollen, stark gestiegen. Im Winter 2009 wollten 10 % der Befragten Personal aufnehmen, heuer sind es mit 22 % mehr als doppelt so viele.

2011 wird laut Umfrage wieder mehr investiert werden als im Jahr zuvor. Plante noch vor einem Jahr beinahe ein Drittel (30 %) der Befragten im kommenden Jahr nicht zu investieren, sind es heute nur noch 12 %. Der Anteil derer, die mehr investieren wollen, hat sich von 6 % auf 16 % mehr als verdoppelt. Der positiven Grundstimmung hinsichtlich der eigenen Geschäftslage, steht die nicht mehr ganz so erfreuliche Einschätzung der allgemeinen wirtschaftlichen Lage gegenüber: 37 % sind zwar noch sehr oder eher zufrieden, 16 % sind aber eher nicht bis gar nicht zufrieden und 47 % betrachten diese als weder gut noch schlecht. "Die Unternehmer sind von ihrem eigenen Betrieb eher überzeugt als von der gesamtwirtschaftlichen Situation, also von der wirtschaftlichen Lage der anderen Betriebe", so Jank. "Daher braucht es gezielte, flankierende Maßnahmen, die das wechselseitige Vertrauen in die Wirtschaftskraft stärken und Mut zu neuen Taten machen".

Steuerinitiativen für die mittelständische Wirtschaft
Jank fordert eine Steuerentlastung für Klein- und Mittelbetriebe auf drei unterschiedlichen Ebenen:

- Einzel- und Personenunternehmen soll die Möglichkeit eröffnet werden, nach dem Körperschaftssteuergesetz besteuert zu werden. Damit wäre eine derzeit bestehende Ungleichbehandlung von Unternehmern und Unselbstständigen beseitigt. Denn das Einkommen von Arbeitnehmern, bis hin zu angestellten Vorstandsdirektoren, wird aufgrund bestehender Steuerbegünstigungen real mit lediglich 43% spitzenbesteuert, für Unternehmer mit 50%. Mit dieser Neuregelung käme man auch bei den Unternehmern in eine ähnliche Situation. Unterstützung bekommt sie dafür vom Direktor des Instituts für Höhere Studien, Prof. Dr. Bernhard Felderer. "Personenunternehmen haben mit einer Höchststeuerbelastung von bis zu 50 Prozent zu kämpfen. Spätestens, wenn die Konjunktur auf soliden Beinen steht, wäre es an der Zeit, diesen Höchststeuersatz zu überdenken", erklärt Felderer. "Es ist höchste Zeit, diese steuerliche Ungleichbehandlung zu beseitigen", sagt Jank. Gerade in Hinblick auf die Steuerkonkurrenz aus anderen Ländern wie der Slowakei, die mit einer Flatrate von 19% locken, müssen hier Zeichen gesetzt werden, um als Wirtschaftsstandort auch aus Sicht der Einkommenssituation der Unternehmer attraktiv zu bleiben.

- Die derzeit eher begrenzten Pauschalen für bestimmte Berufsgruppen sollen großzügig ausgeweitet werden, um den vor allem für Klein- und Mittelbetriebe großen Administrationsaufwand im Bereich der Steuererklärungen zu reduzieren und Kosten zu sparen. Je nach Berufsgruppe können hier geeignete Modelle erarbeitet werden.

- Künftig soll es Klein- und Mittelbetrieben möglich sein, Verluste aus dem aktuellen Geschäftsjahr mit Gewinnen der Vergangenheit gegenzurechnen. Derzeit ist ein solcher Verlustrücktrag nicht möglich, nur eine Gegenrechnung mit Gewinnen der Zukunft. Hierfür könnte eine bestimmte Obergrenze definiert werden, um KMU gezielt zu entlasten.

Außerdem fordert Jank eine nachhaltige Unterstützung der öffentlichen Hand beim Zugang zu Finanzierungen, insbesondere im niederschwelligen Bereich, wo die meisten Investitionsprojekte realisiert werden.

SERVICE: Die detaillierten Umfrage-Ergebnisse zur Konjunktur finden Sie im Internet unter http://wko.at/wien

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Wien
Dr. Gary Pippan
Presse & Medienmanagement
Tel.: 01 51450-1314
gary.pippan@wkw.at
http://www.wko.at/wien

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | WHK0001