Prammer: Erfolgreiche Innenpolitik setzt Kenntnis von internationalen Verhältnissen voraus

Prammer würdigt das außenpolitische Wirken Bruno Kreiskys

Wien (OTS/SK) - Nationalratspräsidentin Barbara Prammer hat heute, Dienstag, die Konferenz "100 Jahre Bruno Kreisky - Mythos und Wirklichkeit" in der Diplomatischen Akademie Wien eröffnet. In ihrer Rede betonte Prammer, dass die internationale Perspektive der Nationalratsabgeordneten gestärkt werden müsse: "Erfolgreiche Innenpolitik setzt die Kenntnis von internationalen Verhältnissen voraus. Wir würden unser Mandat nicht gut ausführen, wenn wir uns nicht auch für die Sichtweisen anderer interessieren." Die parlamentarische Diplomatie müsse im Sinne Bruno Kreiskys für den internationalen Meinungsaustausch genützt werden, so die Nationalratspräsidentin. ****

Prammer würdigte als Präsidentin des Kuratoriums des Wiener Instituts für internationalen Dialog und Zusammenarbeit (VIDC) Kreiskys außenpolitisches Wirken. Sowohl die Gründung des VIDC als auch die Neugründung der Diplomatischen Akademie Wien gehe auf Kreiskys Engagement zurück. "Kreisky war ein Lehrmeister auf dem Gebiet der internationalen Politik", so Prammer. Man müsse die vielen Perspektiven, die sich durch Kreiskys Wirken ergeben, ausleuchten und Kraft schöpfen, um Neues zu gestalten.

Kreiskys außenpolitisches Verständnis sei von Dialog geprägt gewesen, was nicht selten auch kritisiert wurde. "Gesprächsverweigerung würde aber bedeuten, auf die Kraft von Argumenten zu verzichten. Und Frieden kann nur mit Feinden geschlossen werden", unterstrich Prammer die Bedeutung von Kreiskys Dialogbereitschaft. Kreisky habe Wien zum Ort der internationalen Begegnung gemacht und Österreich weit über seine realpolitische Bedeutung hinaus international positioniert. Prammer erinnerte etwa an den Nord-Süd-Gipfel von Cancún 1981, der auf die Initiative von Kreisky zurückging. Dass Reagan, Thatcher und Mitterand zur Teilnahme motiviert werden konnten, sei ein Erfolg Kreiskys gewesen und ein "Ausweis für das Gewicht der Idee eines Nord-Süd-Dialogs", so Prammer.

Die Millennium Development Goals der Vereinten Nationen seien derzeit der wichtigste Beitrag zur Entwicklung des globalen Südens. Deswegen sei es auch unbefriedigend, dass Österreich seine Verpflichtungen zur Entwicklungszusammenarbeit heuer nicht erfüllen werde, so Prammer. "Ich hoffe, dass es der Bundesregierung gelingt, die Mittel bereit zu stellen und die Entwicklungszusammenarbeit auf neue Beine zu stellen", betonte die Nationalratspräsidentin. Diese Kraftanstrengung liege auch im Interesse Österreichs.

An der vom VIDC anlässlich des 100. Geburtstags von Bruno Kreisky veranstalteten Konferenz nahmen unter anderen Bundesminister a.D. Peter Jankowitsch, Eva Nowotny, Bundesminister a.D. Ferdinand Lacina und der ehemalige ÖVP-Obmann Josef Taus teil. (Schluss) pl/sv

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