"erLesen" - die TW1 Büchersendung - am 12. Jänner um 19:15 Uhr

Autor Robert Menasse, Schauspielerin Mercedes Echerer und Philosoph Konrad Paul Liessmann beehren Heinz Sichrovsy in seiner Welt der Bücher.

Wien (OTS) - Neues Jahr, neue Gäste und neue Büchertipps von und mit Heinz Sichrovsky. Bei "erLesen" präsentiert der literaturaffine Moderator in charmanter Weise und mit einer Prise Ironie herausragende Buchneuerscheinungen und jene, die es gerne wären. Das und die jeweilige hochkarätige Gästerunde jeder Sendung machen "erLesen" zwei Mal pro Monat zu einem Fixpunkt im Mittwochabendprogramm.

Als ersten Gast der Sendung dürfen die Zuseher mit Robert Menasse auf einen der aufregendsten politischen Autoren und Essayisten des Landes gespannt sein. Für große Begeisterung sorgte der gebürtige Wiener mit seiner eigenen Version von Goethes Faust - sein "Doktor Hoechst" wurde im April 2009 im Staatstheater Darmstadt uraufgeführt und handelt vom Leben eines mächtigen Firmenimperators, der die Welt beherrscht und letztendlich mit aufgeschnittenen Pulsadern in der Wanne endet.

Bei "erLesen" stellt der spätberufene Dramatiker mit Blick auf seine Zigarettenschachtel klar, der Sucht des Rauchens auch während der Sendung nicht widerstehen zu können. Er sehe zwar ein, dass der Großteil der Restaurants Nichtraucherlokale geworden sind, dennoch vertritt er die Meinung, dass die Sucht eine Krankheit sei und eine Krankheit nicht verboten werden könne.

Dass er nach wie vor das Image des Österreichkritikers habe, läge seiner Meinung nach daran, dass die Leute offensichtlich zu wenig lesen: "Denn ich beschäftige mich schon seit Jahren nicht mehr mit österreichischer Tagespolitik, sondern mit europapolitischen Fragen." Derzeit recherchiert er für einen Roman, in dessen Mittelpunkt ein Beamter der europäischen Kommission steht. Für Menasse Grund genug, sich in Brüssel eine Wohnung zu mieten, denn: "Diesen Roman kann man nicht am Schreibtisch in Wien mit einem Reiseführer von Brüssel schreiben." Mit Heinz Sichrovsky plaudert er außerdem über seinen kürzlich als Taschenbuch erschienenen Erzählband "Ich kann jeder sagen".

Robert Menasse ist im Jahr 1954 in Wien geboren und studierte Germanistik, Philosophie und Politikwissenschaft. Er ist Mitglied der Grazer Autorinnen Autoren Versammlung sowie des P.E.N. Clubs. Für seine Essays und Romane wie u.a. "Trilogie der Entgeisterung" und "Vertreibung aus der Hölle" erhielt er zahlreiche Auszeichnungen -u.a. den österreichischen Staatspreis für Kulturpublizistik.

Als nächsten Gast freut sich Heinz Sichrovsky auf die Schauspielerin Mercedes Echerer. Inmitten von gestapelten Büchern nimmt sie Platz, lässt sich Rotwein servieren und bittet Menasse sichtlich erleichtert um eine Zigarette. Es scheint in "einer Orgie der Unkorrektheit" auszuarten, in der sich der Moderator keineswegs unwohl fühlt.

Seit ihrem Fernsehdebüt als Moderatorin des ORF-Kultformates "Kunststücke" sorgt Echerer nicht nur in Film und Fernsehen sowie auf unzähligen Bühnen für Begeisterung, sondern hinterließ auch auf politischer Ebene als EU-Parlamentarierin der Grünen ihre Spuren. Heinz Sichrovsky verrät sie die Gründe für ihren Wiederausstieg aus der Politik. Die Angst, ihre Familie zu verlieren und die Liebe zur Bühne seien für sie ausschlaggebend gewesen: "Ich war ständig unterwegs und meine Kinder nur auf Fotografien zu sehen, ist mir zu wenig gewesen."

Echerer brilliert als Intendantin des Filmfestivals "EU-XX-Large" und ist gemeinsam mit dem Verleger Lojze Wieser Herausgeberin der Reihe "Europa erlesen/Europa erhören". Bei "erLesen" stellt sie ihre neue Hörbuch-Edition vor, wo Stars wie Erwin Steinhauer, Cornelius Obonya und Viktor Gernot Texte zu europäischen Ländern zum Besten geben. Für die Zuseher der Sendung liest sie höchst persönlich einige Zeilen daraus vor, aber "seit einigen Monaten geht das nicht mehr ohne" - die Schauspielerin setzt sich keck eine kleine Brille auf die Nase.

Mercedes Echerer ist im Jahr 1963 in Linz geboren und in einem deutsch-ungarischen Haushalt zweisprachig aufgewachsen. Ihr schauspielerisches Talent bewies sie u.a. am Theater an der Wien, am Wiener Volkstheater sowie in Harald Sicheritzs Film "Wanted". Derzeit steht Sie als Partnerin von Harald Krassnitzer in der ORF Erfolgsserie "Der Winzerkönig" vor der Kamera.

Heinz Sichrovskys nächster Gast hat soeben ein fulminantes Buch zur Ästhetik des Alltäglichen herausgebracht. Philosoph Konrad Paul Liessmann schreibt über sein "Universum der Dinge" - über Schneider, Schlächter und Schmiede, die mit ihren eigenen Händen jene Dinge schufen, die zum Leben notwendig waren sowie über die Industrialisierung und Globalisierung, weshalb kaum jemand mehr weiß, wie die Dinge unseres täglichen Bedarf überhaupt zustande kommen.

Bei "erLesen" verrät er, dass uns iPhone, iPod & Co. zwar augenscheinlich Arbeit abnehmen, wir letztendlich aber für sie arbeiten: "Wir unterwerfen uns den Dingen, die wir benützen." Am Beispiel Facebook sei gut zu erkennen, dass man vorerst eine Wahlmöglichkeit habe, es aber immer mehr zur Verpflichtung werde. "Man wird irgendwann zum Außenseiter, wenn man nicht dabei ist", erklärt Liessmann. Als Außenseiter kann man Menasse aber nicht bezeichnen, obwohl er im Gegensatz zu seinen Gesprächspartnern kein Facebook-User ist.

Konrad Paul Liessmann ist im Jahr 1953 in Villach geboren und studierte Germanistik, Geschichte und Philosophie in Wien. Seit 1997 ist er wissenschaftlicher Leiter des Philosophicum Lech und Herausgeber der gleichnamigen Buchreihe. Im Jänner 2007 wurde der gebürtige Kärntner mit dem Titel "Wissenschaftler des Jahres 2006" vom Club der österreichischen Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten ausgezeichnet.

Als besonderes Zuckerl dürfen sich die Zuseher auch auf einen Schriftsteller freuen, der das Leben im Mittelalter mit einer Detailgenauigkeit und Lebendigkeit eines Zeitreisenden beschreibt -Ken Follet. Sein kürzlich verfilmter Roman "Die Säulen der Erde" vermittelt das Gefühl, als käme er gerade von einem Ausflug ins 12. Jahrhundert zurück. Tatsache ist aber, dass sich der Brite im 21. Jahrhundert am wohlsten fühlt. "Ich würde es hassen, in einer Zeit zu leben, in der die Häuser kalt, die Betten hart und die Kleider grob und kratzig waren", verrät er im Interview.

Gespannt dürfen die Zuseher auch auf die Redakteurskritik von "Furche"-Chefredakteur Claus Reitan sein. Er hat "101 Reykjavik" gelesen - den isländischen Klassiker von Hallgrimur Helgason über ein grundverkommenes Subjekt.

Die Gäste der nächsten Sendung am 26. Jänner 2011 sind Schriftsteller Peter Henisch, Kulturjournalistin Barbara Rett und Visionskünstler André Heller.

Sendezeiten:
Erstausstrahlung: Mittwoch,12. Jänner 2011 um 19:15-20:15 Uhr Weitere Ausstrahlungen: Do, 13.1.2011 um 22:45-23:45 Uhr, Fr, 14.1.2011 um 16:05-17:05 Uhr, Sa, 15.1.2011 um 23:45-00:45 Uhr und So, 16.1.2011 um 18:05-19:05 Uhr

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