"KURIER"-Kommentar von Josef Votzi: "Raus aus dem Trotz-Eck"

Konsens statt Konflikt: Der neue Ton in der Bildungsdebatte macht Hoffnung.

Wien (OTS) - Die eine musste vom "Gymnasium für alle" lassen, die andere von der "Gesamtschule". Gemeint war das Gleiche: Eine gemeinsame Schule für alle 10- bis 14-Jährigen. Denn wäre es allein nach Beatrix Karl und Claudia Schmied gegangen, stünde die Schulpolitik vor einem Durchbruch - und nicht nur vor einem kleinen Reformschritt. Karl scheiterte an jenen ÖVP-Bildungsbürgern, die das Gymnasium als elitäre Trutzburg verteidigen wollen; Schmied so am Koalitionspartner.
Das zeichnet Frauen auch in der Politik aus: Sie ziehen sich danach nicht in den Schützengraben zurück und laden zum nächsten Ideologiegefecht durch. Die beiden Bildungsministerinnen werben jetzt erst recht um eine gemeinsame Lösung - und vermeiden neuen Schlachtlärm.
Rückenwind bekommen die beiden nun von einer Gruppe Elder Statesmen rund um Hannes Androsch. Sie machen für ein Bildungsvolksbegehren mobil, weil sie in der Spitzenpolitik nichts mehr zur verlieren haben.
Österreichs Bildungssystem ist von der Volksschule bis zu den Universitäten eine zunehmend überlebensgefährliche Großbaustelle. Für den raschen Umbau braucht es dringend eine Achse der Gutwilligen. Androsch, Schmied, Karl & Co sind hier ein hoffnungsvoller Anfang.

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