Papst besorgt über Lage der Christen in Pakistan und Ägypten

Neujahrsempfang für Diplomatisches Corps - Scharfe Verurteilung des jüngsten Anschlags auf liberalen Gouverneur der Provinz Punjab, Salman Taseer - "In vielen Ländern und allzu oft wird Kult-, Gewissens-, Versammlungs- und Seelsorgefreiheit gerade der Christen gravierend verletzt"

Vatikanstadt, 10.01.11 (KAP) Papst Benedikt XVI. hat sich beim Neujahrsempfang für das Diplomatische Corps besorgt über Verstöße gegen die Religionsfreiheit in der Welt geäußert. Unter den Michelangelo-Fresken der sogenannten "Sala Regia" appellierte der Papst an die Staatengemeinschaft, allen Menschen ihr unveräußerliches Recht auf Religionsfreiheit in allen Bereichen zu gewähren. Die Verantwortlichen in Pakistan forderte Benedikt XVI. auf, Maßnahmen zur Abschaffung des Blasphemie-Gesetzes zu ergreifen, da es Ungerechtigkeiten und Gewalt vor allem gegen Christen auslöse.

Dabei verurteilte der Papst scharf den jüngsten Anschlag auf den liberalen Gouverneur der Provinz Punjab, Salman Taseer, der sich für eine Abschaffung des Blasphemiegesetzes eingesetzt hatte. Am Wochenende hatten in Karachi mehr als 40.000 Islamisten für die Beibehaltung des umstrittenen Gesetzes demonstriert und zugleich ihre Unterstützung für einen Polizisten zum Ausdruck gebracht, der vor wenigen Tagen Taseer ermordet hatte.

In vielen Ländern und allzu oft werde die Kult-, Gewissens-, Versammlungs- und Seelsorgefreiheit gerade der Christen gravierend verletzt, sagte Benedikt XVI. am Montag vor den beim Heiligen Stuhl akkreditierten Diplomaten. Im Nahen und Mittleren Osten sorgten immer wieder Attentate für Tod, Schmerz und Verzweiflung und drängten die Christen zum Verlassen ihrer Heimatländer.

Insbesondere rief der Papst Regierung und Muslim-Führer im Irak auf, sich für Sicherheit und Lebensmöglichkeiten der Christen in ihrem Land einzusetzen. Von den Behörden in Ägypten verlangte er nach den brutalen Terroranschlägen wirksame Schutzmaßnahmen für religiöse Minderheiten. Auch die Anschläge von Islamisten auf Kirchen in Nigeria zu Weihnachten erwähnte er als "trauriges Zeugnis" für vordergründig religiös motivierte Gewalt.

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