Creditreform FIRMENINSOLVENZSTATISTIK 2010: 26 Insolvenzen pro Werktag

Firmeninsolvenzverfahren sinken um 5,9%, über 85.000 Gläubiger betroffen

Wien (OTS) - Die endgültigen Zahlen der Creditreform Firmeninsolvenzstatistik für das Gesamtjahr 2010 zeigen die Fortsetzung der im 1. Quartal begonnenen Entwicklung. Die Unternehmensinsolvenzen sind um 5,9% auf 6.657 Verfahren zurückgegangen. Die Anzahl an eröffneten Verfahren ist um 6,1% auf 3.521 Unternehmen gesunken. In 3.136 Fällen (-5,7%) wurden die Insolvenzanträge mangels kostendeckenden Vermögens zurückgewiesen. Die Hauptursachen für das Scheitern der Unternehmen liegen in Managementfehlern wie z.B. einer mangelhaften Buchhaltung und fehlendem Risikomanagement, in einer unzureichenden Kapitalausstattung und in der allgemeinen Wirtschaftslage. Dazu Rainer Kubicki, Geschäftsführer von Creditreform: "Dank der Konjunkturprogramme der Bundesregierung und des durch die Exportwirtschaft angekurbelten Aufschwunges konnten viele Unternehmen das Jahr gut überstehen. Hinzu kommt das umsichtige Verhalten der Banken in Hinblick auf Stundungen der Zins- und Kapitalrückzahlungen."

Bundesländervergleich

Der Blick auf die Bundesländer zeigt bei dreien einen massiven Rückgang: Kärnten (-14,5%), Oberösterreich (-11,6%), Niederösterreich (-10,2%). Lediglich das Burgenland und Vorarlberg weisen eine steigende Entwicklung auf: +1,1% bzw. +5,9%.
Die höchste relative Insolvenzbetroffenheit herrschte in Wien mit fast 26 Insolvenzen pro 1.000 Unternehmen. Österreichweit wurden im Durchschnitt 18 Insolvenzen pro 1.000 Unternehmen gezählt.

Branchenvergleich

Die am stärksten betroffenen Branchen sind die Branche "Verkehr-und Nachrichtenübermittlung" mit über 38 Insolvenzen je 1.000 Branchenunternehmen sowie das Bauwesen mit über 35 Insolvenzen je 1.000 Branchenunternehmen. Während aber im Bauwesen die Insolvenzen um 13% rückläufig sind, verzeichnete das Kredit- und Versicherungswesen den höchsten Zuwachs (+19,7%).

Conclusio 2010

Die - auch für so manche Insolvenzexperten überraschende rückläufige Insolvenzentwicklung ist auf mehrere Ursachen zurückzuführen: Die kleinstrukturierte KMU-Landschaft mit familien-und eigentümergeführten Unternehmen ist unabhängiger von der Weltwirtschaft und kann flexibler reagieren als Großkonzerne. Der angesprungene Konjunkturmotor in Deutschland hat die österreichischen Zulieferbetriebe und Exportunternehmen mitgezogen. Und zuletzt hat der ungebrochene Konsum der Österreicher für eine gute Inlandsnachfrage gesorgt. Die intakte soziale Kohäsion im Land hat flexible Arbeitszeitmodelle wie z.B. die Kurzarbeit möglich gemacht und somit den Unternehmen eine rasche und einfache Restrukturierung erlaubt. Zeit zum Zurücklehnen bleibt aber keine. Untersucht man die Insolvenzursachen genauer, sieht man, dass viele Unternehmen nach wie vor ihre Hausaufgaben nicht machen: Vernachlässigung einer nachhaltigen Buchhaltung, keine ausreichende Vorsorge vor und dann Bekämpfen von Forderungsausfällen, falsches Einschätzen der Markt-und Wettbewerbssituation, geringes Bewusstsein für Bonität und Liquiditätsplanung. Dazu Rainer Kubicki: "Trotz aufkommendem Sonnenschein am Konjunkturhimmel bleibt Risikomanagement als Kernelement der Unternehmensführung nach wie vor das Gebot der Stunde."

Anhänge zu dieser Aussendung finden Sie als Verknüpfung im AOM/Original Text Service, sowie über den Link "Anhänge zu dieser Meldung" unter http://www.ots.at

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Gerhard M. Weinhofer, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit
Creditreform Wirtschaftsauskunftei Kubicki KG
Tel.: +43-1-218 62 20-551
mailto: g.weinhofer@wien.creditreform.at
www.creditreform.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | CDR0002