Creditreform PRIVATINSOLVENZSTATISTIK 2010: 41 Insolvenzen pro Werktag

Über 10.000 insolvente Privatpersonen

Wien (OTS) - Die endgültigen Zahlen der Creditreform Privatinsol-venzstatistik für das Gesamtjahr 2010 zeigen eine Stagnation der Insolvenzen von Privatpersonen auf hohem Niveau:
10.296 zahlungsunfähige Private bedeuten ein leichtes Plus von 0,5%. Die Anzahl der eröffneten Schuldenregulierungsverfahren ist dabei marginal um 0,1% auf 9.004 Verfahren gestiegen, die mangels Vermögen abgewiesenen Insolvenzanträge haben sich um 3,2% auf 1.292 Verfahren erhöht. Die Insolvenzursachen liegen hauptsächlich im falschen Umgang mit Geld: 87% der von Creditreform befragten Gläubiger sehen darin den Grund für die Zahlungsunfähigkeit bzw. Überschuldung. Gut ein Drittel der Insolvenzen ist auf gescheiterte Selbstständige zurück zu führen. Hauptgläubiger sind Banken und Telekommunikationsunternehmen. Die durchschnittliche Verschuldung ist auf ca. 80.000 Euro gestiegen.

Bundesländervergleich: 15 von 10.000 Erwachsenen sind zahlungsunfä-hig/überschuldet

Ein Blick auf die einzelnen Bundesländer zeigt, dass in der Steier-mark (+11,9%), in Wien (+2,8%) und in Oberösterreich (+2,8%) die Insolvenzen angestiegen sind. Im Burgenland (-16,3%), in Vorarlberg (-7,2%) und in Niederösterreich (-6,0%) sind sie hingegen am stärksten gesunken. Spitzenreiter bei der absoluten Zahl an Insolvenzen ist die Bundeshauptstadt mit 3.891 Fällen wie auch in der relativen Insolvenzbetroffenheit: Mehr als 28 von 10.000 erwachsenen Wienern wurden insolvent. Österreichweit wurden hingegen 15 von 10.000 Erwachsenen zahlungsunfähig.

Conclusio 2010

Das gesellschaftliche Stigma des Lebens auf Pump und des Schuldenmachens ist Vergangenheit - besonders in den großen Ballungsräumen. Ansparen und einige Zeit die eigenen Wünsche zurückstellen bis man sich eine Anschaffung leisten kann, ist nicht mehr "in". Vielmehr gilt: Jetzt kaufen und irgendwann irgendwie zurückzahlen. Die Gläubiger werden schon warten können. Diese Rechnung geht bei über 15 von 10.000 erwachsenen Österreichern nicht mehr auf. Das auch in Krisenzeiten starke Konsumverhalten - die positive Konjunkturentwicklung dankt es - fordert seine Opfer. Dabei gilt bei Privatpersonen wie Unternehmen dieselbe Regel: Man kann nicht mehr ausgeben als man hat. Eine Vergesellschaftung der Schulden - die Forderungsausfälle der Gläubiger zahlen zu guter Letzt alle Konsumenten bzw. Steuerzahler - ist auch hier kein probates Mittel. Eltern, Lehrer und Interessenvertretungen haben hier auf einen gesellschaftlichen Wertewandel hin zu einem verantwortungsvollen und sorgsamen Umgang mit Geld und Kredit einzuwirken. Es bedarf daher einer breiten Kampagne der Aufklärung und Information von Volksschulkindern - inklusive eines eigenen Unterrichtsfaches Wirtschaftskunde - bis zur Erwachsenenbildung.

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