BayernLB/Hypo: Scheuch und Dobernig fordern Sonderaufsichtsratssitzung der Kärntner Landesholding

Überprüfung, ob vorsätzlich schädigendes Verhalten des ehemaligen Hypo-Hauptaktionärs BayernLB vorliegt, dringend notwendig

Klagenfurt (OTS) - Nachdem das Nachrichtenmagazin "Profil" in
seiner morgen erscheinenden Ausgabe aufdeckt, dass die Bayrische Landesbank kurz vor der Verstaatlichung der Hypo Alpe Adria Bank ihrer eigenen Tochterbank 1,15 Milliarden Euro an Liquidität entzogen und damit die Krise der Bank massiv verschärft hat, herrscht für LHStv. Uwe Scheuch und Kärntens Finanzlandesrat Harald Dobernig (beide FPK) dringender Aufklärungsbedarf. Scheuch als stellvertretender Vorsitzender der Kärntner Landesholding und Dobernig als Aufsichtskommissär fordern eine Sonderaufsichtsratssitzung der Landesholding.

"Die Analyse von Profil ergibt, dass die Bayern Kindesweglegung betrieben und ihre eigene Tochterbank im November 2009 gezielt an den Rand der Pleite gedrängt haben. Seitens der Kärntner Landesholding als damaliger Minderheitsaktionär an der Hypo muss überprüft werden, ob hier tatsächlich ein vorsätzlich schädigendes Verhalten des ehemaligen Hauptaktionärs Bayern LB vorliegt", betonen Scheuch und Dobernig. "Wir verlangen daher die umgehende Einberufung einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung der Landesholding, um diese Angelegenheit zu erörtern und die weitere Vorgehensweise zu besprechen", so Dobernig, der alle rechtlichen Aspekte geprüft wissen will. Zum jetzigen Zeitpunkt könne weder die Schädigung der Bank selbst, noch der Mitaktionäre ausgeschlossen werden.

Er könne der Analyse von Profil einiges abgewinnen, so der Finanzlandesrat. Immerhin habe die Bayern LB ohne jegliche Absprache mit den damaligen Miteigentümern drohende Ausfälle im Hypo-Kreditgeschäft öffentlich gemacht. Damit habe die Verunsicherung der Kunden und der Abzug von Sparguthaben ihren Anfang genommen. Dem nicht genug hätten die Bayern kurz danach 500 Mio. Euro aus der Hypo abgezogen bzw. die Nutzung einer fix zugesagten Kreditlinie untersagt. "Dass dann kurz vor der Notverstaatlichung noch weitere 650 Mio. Euro an Krediten überfallsartig fällig gestellt und mit Guthaben der Hypo aufgerechnet wurden, hat die Bank endgültig in eine Zwangslage gebracht", ergänzt Scheuch.

Die Bayern LB habe nach dem Kauf der Hypo im Mai 2007 trotz der weltweiten Finanzkrise einen massiv risikoreichen Wachstumskurs gefahren. Die Bilanzsumme habe sich in dieser Zeit auf 43,3 Mrd. Euro erhöht. Das Bild werde nun immer klarer, dass die Bayern bei der Hypo eine Misswirtschaft hinterlassen haben. Dobernig: "Dafür spricht auch, dass für die Bayern der Ausschluss jeglicher Gewährleistung gegenüber dem neuen Bankeigentümer Republik Österreich in den Verhandlungen offenbar einer der zentralsten Punkte war."

Seitens des Bundes erwarten sich Scheuch und Dobernig, dass die Aktivitäten der Bayern LB auch in die laufenden Untersuchungen und Ermittlungen rund um die Hypo einbezogen werden.

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