Darabos in ÖSTERREICH: "Neues Heer kostet keinen Cent mehr"

Verteidigungsminister: "ÖVP-Modell ist unehrlicher Ansatz"

Wien. (OTS) - In einem Interview mit der Tageszeitung ÖSTERREICH (Sonntag-Ausgabe) erklärt Verteidigungsminister Norbert Darabos: "In den nächsten zehn Tagen werden sieben, höchst seriös durchgerechnete Modelle für die Heeresreform präsentiert. Und ich werde eines davon als meine persönliche Präferenz benennen." Auf die Frage, ob er persönlich das schwedische Modell eines Freiwilligenheers mit Miliz-und Berufsheerkomponente bevorzuge, sagt der SP-Minister: "Das schwedische Modell wird es nicht 1:1 werden. Aber es ist wirklich sehr interessant."

Zu zuletzt kolportierten Mehrkosten für ein Berufsheer sagt Darabos zu ÖSTERREICH: "Es gilt mein Versprechen: Das neue Bundesheer wird keinen Cent mehr kosten, weil wir so oder so große Sparpotenziale haben, indem wir nicht mehr für eine Panzerschlacht im Marchfeld mit tausend Panzern und zehntausenden Soldaten gerüstet sein müssen. Klar sind zwei Eckpunkte: Wir brauchen etwa 10.000 Soldaten für den Katastropheneinsatz und rund 1.000 Soldaten für die Auslandseinsätze."

Dass die VP-Pläne für einen "Präsenzdienst neu" Teil der Darabos-Präsentation werden könnten, verneint der Minister gegenüber ÖSTERREICH: "Ein Drehen an der Tauglichkeitsschraube, wie es die ÖVP vorschlägt, wäre ein unehrlicher Ansatz. Deutschland, das nur 16 Prozent eines Jahrgangs einberufen hat, führt aus gutem Grund ein Freiwilligenheer ein. Es stellte sich nämlich heraus, dass trotz Zufallsgenerator viel mehr sozial Schwache einberufen wurden als sozial Privilegierte - ohne da bewusste Manipulation zu unterstellen. Schon aus Gründen verfassungsrechtlicher Bedenken wegen der Wehrgerechtigkeit ist der VP-Vorschlag für mich kein taugliches Modell."

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