"KURIER"-Kommentar von Christian Böhmer: "Stiften in Liechtenstein"

Grassers Privatstiftung kostet den Ex-Minister die letzte Glaubwürdigkeit.

Wien (OTS) - Karl-Heinz Grasser ist unter die Stifter gegangen.
Und weil dem so ist, interessiert sich die Staatsanwaltschaft bei den BUWOG-Ermittlungen jetzt nicht nur für die seltsamen Telefonate, die der Ex-Minister mit seinem Trauzeugen Meischberger führte, nein, auch eine von Grasser gegründete Privatstiftung ist von Belang.
Glaubt man seinem Anwalt, ist die Sache ganz einfach: Herr Grasser hat als Manager eines Energie-Investmentfonds bei Julius Meinl ganz schön verdient; und damit Frau und Kind finanziell auf der sicheren Seite sind, wurde das Einkommen steuerschonend in einer Stiftung geparkt.
Soweit die Geschichte nach KHG.
Eigentümlich ist, dass der Ex-Minister den Begriff "Konto" semantisch eng fasst. Denn als er vor Monaten vollmundig ventilierte, er werde alle Konten offenlegen, war die Stiftung offenkundig nicht dabei. Und überhaupt: Warum hat Grasser die familiäre Zukunftsvorsorge nicht einfach mit einer österreichischen Stiftung gesichert?
"Eine Stiftung ist kein Konto, der Finanzplatz Liechtenstein wurde gewählt, weil mein Mandant vermeiden wollte, dass die Stiftung in Österreich einer größeren Öffentlichkeit bekannt wird", sagt der Anwalt. Und wie passt diese Geheimniskrämerei jetzt zu Grassers Behauptung, bei ihm sei alles transparent und "supersauber"?

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