Leitl: ÖVP-Bildungskonzept gute Grundlage für Dialog zur Bildungsreform

WKÖ begrüßt Vorschläge zur Einführung der "Mittleren Reife", eines Modulsystems, Sprach-, Früh- und Begabtenförderung

Wien (OTS/PWK008) - Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl begrüßt grundsätzlich das heute präsentierte Bildungspapier als Impuls für eine Diskussion um eine umfassende Schulreform. Leitl:
"Die Vorschläge sind eine gute Grundlage für weitere Diskussionen auch auf Basis des entsprechenden Sozialpartnerpapiers 'Chance Bildung'." Für die WKÖ stehen Individualisierung und Potentialorientierung im Vordergrund. Gute Ansätze finden sich hier insbesondere bei den Vorschlägen zur Sprachförderung im Kindergarten, sowie der Frühförderung in der Grundschule und den angedachten Talentechecks in der Mittelschule

Leitl beurteilt unter anderem die Einführung der "Mittleren Reife" am Übergang von der Sekundarstufe I zur Sekundarstufe II als positiv. Aus Sicht der WKÖ muss dabei eine potentialorientierte Entscheidungshilfe hinsichtlich des weiteren Bildungsweges im Vordergrund stehen. Darüber hinaus wird das Konzept eines "Modulsystems" begrüßt - "Sitzenbleiben" nur als "Ultima Ratio". "Damit wurden Kernpunkte aus der WKÖ-Strategie zur Bildung in das Bildungskonzept aufgenommen", so Leitl. Die Idee einer mittleren Reife, die nach Vorstellung der WKÖ kompetenzorientiert, standardisiert und zentral durchgeführt werden sollte, ist ein wichtiger Schritt zu einer höheren Verbindlichkeit von Bildungszielen: und zwar für Lehrer und Schüler.

Positiv ist demnach auch, dass die zeitweilig angedachte Zehnprozentbeschränkung bei der neuen Mittelschule ebenso wie Aufnahmeprüfungen für die Gymnasien keine Berücksichtigung fanden, sondern "die Deckelung für die neue Mittelschule gefallen ist und Ganztagsschulformen nach Prinzip der Wahlfreiheit forciert werden sollen", betont Leitl. Auf der im Papier angekündigten Einführung der Mittleren Reife müsse das künftige Ausbildungssystem aufgebaut werden. Ein Wechsel zwischen den drei Systemen - AHS, BHS sowie duales System mit Lehre und Berufsschule - müsse in Zukunft möglich sein.

Leitl begrüßt auch die Ankündigung von Ministerin Beatrix Karl, Förderung von Neigungen durch Individualisierung, Talentechecks in der Mittelstufe für die rechtzeitige Förderung von Begabungen sowie eine Hochbegabtenförderung einführen zu wollen. Leitl: "Begabte zu fordern und schwächere Schüler zu fördern, ist das Credo für ein erfolgreiches Bildungssystem." In diesem Zusammenhang sei auch die für Volksschulkinder mit sprachlichen Defiziten geforderte verpflichtende Sprachförderung der richtige Weg. Der von Karl angesprochene Ausbau der Schulautonomie in dem Sinne, dass sich Direktoren künftig ihre Lehrer selbst aussuchen sollen, sowie ein einheitliches Lehrerdienstrecht und die Qualitätssicherung durch Bildungsstandards und deren externe Überprüfung, sind für die Entwicklung des Bildungsstandort Österreich wegweisende Punkte. Entscheidend sei, dass es gelingt, die Schulverwaltung so zu gestalten, dass im Sinne einer modernen Bildungsgovernance leistungsförderliche Rahmenbedingungen für Lehrer und Schüler geschaffen werden.

Die Wirtschaft ist bereit, sich auch weiterhin aktiv in die Diskussion einzubringen und an der Ausgestaltung der Konzepte mitzuarbeiten. Ziel muss sein, dass es zu einem Schulterschluss aller sach- und reformorientierten Kräfte kommt. Für den Wirtschaftsstandort Österreich sei es ganz entscheidend, das Potential und die Talente aller in Österreich lebenden jungen Menschen bestmöglich zur Entfaltung zu bringen. Wichtig sei in weiterer Folge die Einpassung der gemachten Vorschläge zur Schulreform in ein bildungspolitisches Gesamtkonzept. Nur bei einer ganzheitlichen Betrachtung von frühkindlicher Erziehung, Schule, Berufsbildung, Hochschulbildung und Weiterbildung kann es gelingen, in sich konsistente Politik zu betreiben. "Bildungspolitik ist daher auch Standortpolitik. Das vorliegende Papier stellt eine gute Grundlage für den weiteren Diskussionsprozess für eine umfassende Bildungsreform in Österreich dar", so Leitl abschließend. (BS)

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