ÖVP-Bildungskonzept II – Karl: Neue Mittelschule kommt, Gymnasium bleibt

Wohl des Kindes im Mittelpunkt – Schwächen fördern, Stärken fordern – Fokus auf Sprachkompetenz ab Kindergarten – Ausbau der flächendeckenden Kinderbetreuung – "Mittlere Reife" vor Oberstufeneintritt

Wien, 07. Jänner 2011 (ÖVP-PD) "Im Mittelpunkt des ÖVP-Bildungskonzepts stehen das Wohl des Kindes sowie die Wahlfreiheit des Bildungswegs für Eltern und Kinder", betont Wissenschafts- und Forschungsministerin Beatrix Karl im Rahmen der Präsentation des ÖVP-Bildungskonzepts, das einen Ausbau der Neuen Mittelschule und die Beibehaltung des Gymnasiums vorsieht. "Lernschwache fördern und Begabte fordern", ist einer der zentralen Punkte des ÖVP-Konzepts, das den Grundstein für einen modernen und zukunftsorientierten Bildungsweg legt, um jedem Kind entsprechend seiner individuellen Neigungen eine optimale Ausbildung zu ermöglichen. ****

"Die Schule der Zukunft muss Raum bieten für individuelle Differenzierung und Förderung von Neigung, Eignung und Leistung", so Ministerin Karl, die die Leitlinien des ÖVP-Bildungsweges skizziert: Einen wichtigen Schwerpunkt stellt eine Bildungsvereinbarung zwischen Eltern und Schule dar. Denn: "Die Ausbildung kann nicht nur an die Schule delegiert werden. Eltern
und Schule müssen gemeinsam Verantwortung übernehmen.“

"Sprache ist ein zentraler Punkt, der sich durch das gesamte Bildungskonzept durchzieht“, so die Ministerin weiter. „Die Basis wird im Kindergarten gelegt. Daher sieht unser Konzept einen Ausbau der bedarfsorientierten, flächendeckenden Kinderbetreuung sowie die Vermittlung von Sprach- und Sozialkompetenz bereits im Kindergarten vor", betont Beatrix Karl. Mittels Sprachstandsfeststellungen soll die sprachliche Entwicklung jedes Kindes begleitet und entwickelt werden. Sollten Defizite bei der Sprachkompetenz vorhanden sein, sind verpflichtende Programme zur Sprachförderung vorgesehen, denn:
"Es muss sichergestellt sein, dass jedes Kind bei Schulantritt Deutsch kann", so die Wissenschaftsministerin. Vor Eintritt in die Volksschule wird es eine Überprüfung der Schulreife geben, um unter anderem festzustellen, ob ausreichend Deutschkenntnisse vorhanden sind, um dem Unterricht folgen zu können. Sollten die Standards nicht erreicht werden, ist vor Volksschuleintritt ein Vorschuljahr zu absolvieren.

"Die PISA-Studie hat uns einmal mehr vor Augen gehalten, dass wir bereits in der Volksschule ansetzen müssen. Der Fokus muss auf dem Erlernen der Grundkulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen liegen. Auch auf dieser Ebene sind Förderungen am Nachmittag vorgesehen, um Defizite aufholen zu können", erklärt Ministerin Beatrix Karl. Der bedarfsorientierte Ausbau der
Nachmittagsbetreuung soll sich dabei auch auf musisch-kreative und sportliche Fächer konzentrieren.

Am Ende der dritten Volksschul-Klasse und im Lauf der 4. Volksschul-Klasse baut das ÖVP-Bildungskonzept auf einer Begleitphase als Orientierungshilfe auf. Für den Übertritt in die Mittelstufe wird eine Bildungsempfehlung für jedes Kind verfasst, das auf die individuellen Neigungen, Stärken und Schwächen eingeht, um den bestmöglichen weiteren Bildungsweg einzuschlagen.

Ein zentraler Punkt des ÖVP-Bildungskonzepts ist der flächendeckende Ausbau der Neuen Mittelschule bei Beibehaltung des Gymnasiums, wobei in beiden Formen der Fokus auf die Leistungsdifferenzierung gelegt wird. "Ein Fächerkanon und einheitliche Bildungsstandards werden die volle Durchlässigkeit zwischen diesen beiden Schulformen gewährleisten", erklärt die Wissenschaftsministerin und betont, dass auch auf dieser Ebene auf verpflichtende Förderangebote am Nachmittag bei etwaigen Lernschwächen gesetzt wird. "Die positive Absolvierung der 'mittleren Reife' in den Kernfächern Deutsch, Mathematik, einer lebenden Fremdsprache sowie zwei Schwerpunktfächern ist die Voraussetzung für den Aufstieg in die Oberstufe und muss von allen Schülerinnen und Schülern absolviert werden", betont Ministerin Beatrix Karl.

"Wir haben viele begabte Kinder, doch wir müssen diese Begabungen noch verstärkt entdecken und fördern. Keine Begabung darf verloren gehen, daher haben wir in der Mittelstufe 'Talentechecks' vorgesehen, um auf besondere Talente aufmerksam zu werden", so die Wissenschaftsministerin. Dabei fordert sie aber
auch "Mut zur Elite": "Hochbegabte Kinder müssen gefördert werden", betont Ministerin Karl, und verweist auf "High Potential Groups".

Wissenschaftsministerin Karl hält fest: "Noten sind zur Bewertung der Leistung zielführend, daher wollen wir an diesem System festhalten. Doch neben der Leistungsbeurteilung durch Noten soll es in Zukunft auch eine 'verbale Beurteilung' geben, um auf außerordentliche Talente und Begabungen hinweisen zu können, die durch Noten nicht immer zum Ausdruck kommen."

"Das 'Sitzen bleiben' soll zukünftig nur noch die 'ultima ratio' sein", erklärt Wissenschaftsministerin Karl. Durch ein neues Modulsystem und Fördermaßnahmen sollen Lernschwächen früh erkannt und präventiv beseitigt werden, damit das Wiederholen einer Schulstufe nicht mehr nötig ist.

"Wir haben ein umfassendes Bildungskonzept vorgelegt. Nach
einer gemeinsamen Ausarbeitung geht die ÖVP jetzt gemeinsam an die Umsetzung", so Wissenschaftsministerin Beatrix Karl abschließend.

Kaltenegger will mit SPÖ den Bildungsweg gemeinsam gehen

"Heute geht es uns darum, ein Signal für gemeinsame Arbeit und Reformschritte zu setzen, die wir bei der Bildung beginnen. Jetzt geht es darum, sich nicht wegzudrücken, sondern uns Problemen gemeinsam zu stellen und Lösungen zu entwickeln", so ÖVP-Generalsekretär Fritz Kaltenegger zur Vorstellung des ÖVP-Bildungskonzepts, der hinzufügte: "Wir haben gemeinsam die Krise gemeistert und gemeinsam mit dem Koalitionspartner ein zukunftsfähiges Budget entwickelt. Jetzt heißt es auch im Bildungsbereich gemeinsame Wege gehen." Der Fokus muss für Kaltenegger dabei klar auf Leistung, Differenzierung und Einbeziehung der Eltern liegen: "Wir nehmen das Beste aus verschiedenen Schulmodellen. Die Neue Mittelschule kommt, das Gymnasium bleibt."

"Die ÖVP kann das jedoch nicht alleine stemmen. Die zuständige Ministerin heißt Claudia Schmied", stellte Kaltenegger klar, und weiter: "Noch ist vieles aus dem Regierungsprogramm unerledigt, 41 von 49 Punkten sind offen." Kaltenegger verweist auf offene Themen wie Lehrerausbildung, Dienstrecht, Ausbau von Deutschförderkursen sowie Förderung von Sprach- und Lesekompetenz. "Das alles gilt es nun rasch umzusetzen, den Bildungsweg der ÖVP zu beschreiten und diesen Weg gemeinsam zu gehen."

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