Berlakovich: Fortsetzung von "vielfaltleben" bis 2013 gesichert

Euro 1 Mio. für Fortführung der größten Artenschutzkampagne beschlossen - Seltenste Pflanze Österreichs wurde erhalten, Anzahl Brutpaare Seeadler verdoppelt

Wien (OTS) - "Mit 'vielfaltleben' haben wir Schutzerfolge bei gefährdeten Arten erreicht, die unsere Erwartungen bei Weitem übertroffen haben. Diesen Weg gehen wir auch zukünftig weiter. Bis 2013 stelle ich dafür eine Million Euro bereit", kündigt Umweltminister Niki Berlakovich ungebrochenes Engagement im Erhalt der biologischen Vielfalt an. "Mit 'vielfaltleben' haben wir rund fünf Millionen ÖsterreicherInnen erreicht. Damit haben wir auch unseren politischen Auftrag im Internationalen Jahr der Artenvielfalt 2010 mit großem Erfolg erfüllt", bilanziert der Umweltminister Niki Berlakovich, der mit "vielfaltleben" die größte Artenschutzinitiative auf die Beine gestellt hat, die es in Österreich je gegeben hat. Die Kampagne wurde von der Europäischen Kommission als beste Kommunikationskampagne im Internationalen Jahr der Biodiversität ausgezeichnet. Naturschutzbund, BirdLife und WWF tragen die Kampagne als wichtige Partner maßgeblich mit.

Neben dem Klimaschutz ist der Erhalt der biologischen Vielfalt eine der wichtigsten Herausforderungen weltweit. Sie sichert das Überleben der Natur und der Menschen. Die Vereinten Nationen haben 2011 bis 2020 zur "Internationalen Dekade der Artenvielfalt" ausgerufen. "Wir werden in Österreich die Schwerpunktaktivitäten -wie etwa die Woche der Artenvielfalt oder das Gemeindenetzwerk -weiterführen, die konkreten zukünftigen Schutzprojekte erarbeiten wir derzeit gemeinsam mit ExpertInnen", gibt Umweltminister Niki Berlakovich einen Ausblick..

Positive Bilanz: 150 Arten erhalten, flächendeckendes Gemeindenetzwerk eingerichtet

Die Artenschutzkampagne war in den vergangenen beiden Jahren mit mehr als 24 Schutzprojekten, einem flächendeckenden Gemeindenetzwerk aus 140 Gemeinden und einer Allianz aus rund 200 hochrangigen VertreterInnen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport aktiv. "Es ist uns im gemeinsamen Einsatz und mit viel Engagement gelungen, mehr als 150 gefährdete Arten und ihre Lebensräume zu erhalten", so Umweltminister Berlakovich.

Weltweit einziges Dickwurz-Löffelkraut-Vorkommen

"Ein besonderer Erfolg ist der Erhalt des Dickwurz-Löffelkrauts, das weltweit seinen einzigen Standort in der Feuchten Ebene im südlichen Wiener Becken hat. Mit "vielfaltleben" ist es gelungen die Pflanze nachzuzüchten und an geeigneten Stellen auszupflanzen", freut sich Umweltminister Niki Berlakovich über dieses Highlight im Rahmen der Schutzprojekte. Das Dickwurz-Löffelkraut ist gleichzeitig auch die seltenste Pflanze Österreichs. Da es unmittelbar vor dem Aussterben steht wurde es von ExpertInnen auf Platz 1 der am meisten gefährdeten Arten in Österreich gereiht. Zahlreiche weitere Arten, wie Mehlprimel und Sumpfgladiole, profitieren ebenfalls von der Wiederherstellung dieses Lebensraumes.

Sensationsfund: Bereits ausgestorbene Fledermäuse wiederentdeckt

Sensationell ist auch die Wiederentdeckung bereits ausgestorbener Fledermäuse in Österreich durch "vielfaltleben", die europaweit extrem gefährdet sind, der Teich- und der Bulldogg- Fledermaus. Ein "Schmankerl" der besonderen Art bot die Kampagne mit der Einbürgerung eines Bienenstock am Dach der Wiener Staatsoper, der 40 kg Honig brachte. Weiterer herausragender Meilenstein von "vielfaltleben" ist die Verdoppelung der Anzahl der Brutpaare beim Seeadler. 20 Seeadlerjunge sind in den zwei bisherigen Kampagnenjahren geschlüpft. Darüber hinaus wurden im Rahmen der "vielfaltleben"-Schutzprojekte unter anderem der Bruterfolg beim Kiebitz in Vorarlberg um das 40ig-fache gesteigert, neun Hektar Amphibienlebensräume in den March-Thaya Auen geschaffen, 55 Horstplattformen für den Sakerfalken errichtet und 50 neue Quartierbetreuer für Fledermäuse ausgebildet. Bei der von "vielfaltleben" initiierten "Woche der Artenvielfalt" und dem Geotag als Höhepunkt wurden 3.000 Arten erforscht.

"Unsere Tier- und Pflanzenvielfalt hat eine enorme Bedeutung für unsere Lebensmittelversorgung, unser reines Trinkwasser oder für Medikamente. Auch Klimaschutz ist ohne Artenvielfalt nicht möglich. Wir müssen sie für uns, unsere Zukunft und für nachkommende Generationen bestmöglich erhalten. Dabei muss jeder in den kommenden Jahren aktiv mittun", appellierte Umweltminister Niki Berlakovich abschließend.

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