Brunner: Berlakovich soll der Umwelt was Gutes tun und zurücktreten

Grüne kritisieren fehlenden Abfallvermeidungsplan und Berlakovichs Aussagen zum Plastiksackerlverbot

Wien (OTS) - "Seit 1. Jänner 2011 gilt in Italien ein Plastiksackerlverbot. Warum ist das nicht auch in Österreich möglich?", fragt die Umweltsprecherin der Grünen, Christiane Brunner.

Landwirtschaftsminister Berlakovich äußerte sich dazu in der "Kleinen Zeitung". Als Ausrede für seine Untätigkeit meinte er, dass es in Österreich keines Plastiksackerlverbots bedarf, da ja sowieso alles verbrannt würde. "Das ist für mich eine umweltpolitische Bankrotterklärung. Berlakovich demonstriert damit eindeutig, dass er von Umweltschutz und Abfallvermeidung keine Ahnung hat und ist endgültig rücktrittsreif", fordert Brunner. "Berlakovich agiert nach der Devise: Aus den Augen aus dem Sinn. Aber nur weil etwas verbrannt wird, ist es ja nicht weg".

Aus seiner eigenen Beantwortung auf Brunners parlamentarische Anfrage geht hervor, dass Österreich zu viele Müllverbrennungsanlagen für unseren Müll hat. Trotzdem werden immer noch weitere Anlagen geplant. "Offensichtlich setzt Berlakovich darauf, dass wir Plastik und Plastiksackerln produzieren müssen, nur damit die Müllverbrennungen etwas zu heizen haben", so Brunner und weiter: "Gerade im Abfallbereich hätte er viele Handlungsmöglichkeiten. Aber das einzige das ihm immer wieder dazu einfällt ist, an die KonsumentInnen zu appellieren."

Formal steht die Abfallvermeidung zwar im Abfallwirtschaftsgesetz, die Regelungen sind aber zahnlos. Die Grünen Anträge dazu (Bedarfsprüfung Müllverbrennung, verbindliche Mehrwegquoten und Maßnahmen gegen Kunststoffverpackungen) wurden vertagt oder abgelehnt. "Wenn man sich anschaut, in welchem Ausmaß Plastik bereits die Ökosysteme und unser aller Leben durchdrungen hat, ist wohl klar, dass es so nicht weiter gehen kann. Die Weltmeere sind bereits Endlager für unseren Plastikmüll. Wir können nicht Plastik produzieren als gäbe es kein Morgen. Die gesundheitlichen Schäden durch Plastik sind noch gar nicht berücksichtigt. Österreich braucht dringend einen Abfallvermeidungsplan. Das wäre oberste Priorität eines Umweltministers. Wenn aber Landwirtschaftsminister Berlakovich der Umwelt wirklich etwas Gutes tun will, dann sollte er zurücktreten und es jemanden überlassen dem Abfallvermeidung wirklich wichtig ist", fordert Brunner abschließend.

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