"KURIER"-Kommentar von Josef Votzi: "Vorsicht, Mogelpackung"

Wer Nein zur Wehrpflicht sagt, muss Ja zu einem neuen Sozialdienst sagen.

Wien (OTS) - Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Das neue Heer wird
in jedem Fall teurer. Das SPÖ-Lieblingsmodell, die Freiwilligen-Armee, kostet 200 Millionen allein an Personalkosten, so ein Ministeriums-Geheimpapier, das dem KURIER vorliegt. Darabos' Modelle haben alle einen schweren Rechenfehler. Fällt die Wehrpflicht, ist das auch das Aus für den Präsenzdienst an der Sozialfront. Ein Ersatz für die (zuletzt) 13.0000 Zivildiener kostet jährlich mehr als 350 Millionen Euro, warnen Rotes Kreuz & Co. Das macht jedes Alternativ-Modell zur Wehrpflicht schlagartig um rund zwanzig Prozent teurer.
Das real existierende Bundesheer ist zweifellos ein dringender Sanierungsfall. Noch dringender ist ein Ersatz für den "Ersatzdienst". Denn die Zivildiener, einst als "Drückeberger" denunziert, gehen sofort sichtbar ab. Der Ruf nach Soldaten wird in Friedenszeiten erst im Krisenfall laut. Die Katastrophe beim Aus für den Zivildienst wird mit Fall der Wehrpflicht sofort schlagend. Alternativ-Ideen gibt es genug: Von finanziellen Anreizen für ein freiwilliges soziales Jahr für Jugendliche bis zum Einsatz von Senioren, die nach einer Aufgabe suchen. Bis hier kein Ersatz steht, bleiben Darabos' Rechenmodelle eine Mogelpackung.

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