Behinderte Kinder sind kein semantischer Konflikt!

Wien (OTS) - Ist ein behindertes Kind ein Schaden oder nicht?
Diese Frage beschäftigt gleich mehrere Ministerien, politische Parteien, Ärzte, Patientenorganisationen und Behindertenverbände. Der Grund dafür ist ein Gesetzesentwurf von Bandion-Ortner, der Kinder, die mit einer Behinderung zur Welt kommen, nicht mehr als Schaden bezeichnet. Aus der Sicht des größten Ärzteversicherers, der ärzteservice Dienstleistung GmbH geht diese Diskussion am Kernthema völlig vorbei. "Der Gesetzesentwurf birgt die Gefahr, dass die betroffenen Kinder, die Eltern und auch die Ärzte auf der Strecke bleiben", meint der Geschäftsführer Gerhard Ulmer.

Geht der Entwurf durch, kann der Arzt durchaus eine zukünftige mögliche Behinderung übersehen und hat - nach der Diktion des Gesetzes- in diesem Fall keinen "Schaden" verursacht. Rechtsstreitigkeiten sind vorprogrammiert. "Ärzte brauchen eine Rechtssicherheit. In einem solchen Fall würde jede Haftpflichtversicherung wohl Schadenersatzzahlungen verweigern - es gibt dann ja keinen Schaden." Ob das Gerichte auch so sehen, darf aber bezweifelt werden, denn die Behinderung durch einen möglichen ärztlichen Fehler oder durch eine Nichtinformation verursacht jedenfalls für die Betroffenen Leid und Kosten. Dann kann der Arzt mit seiner Versicherung streiten oder er muss selber zahlen. "Das widerspricht dem Geist der gerade erst im August beschlossenen verpflichtenden Berufshaftpflichtversicherung für Ärzte" betont Ulmer, der auch ethische Bedenken hat. "Eltern müssen im Falle einer möglichen oder wahrscheinlichen Behinderung die Chance auf Schwangerschaftsabbruch haben. Wenn sie aber keine Informationen erhalten, stellt sich die Frage gar nicht. Ulmer erwartet in solchen Fällen massive Kritiken gegenüber den Ärzten und Rechtsstreitigkeiten scheinen vorprogrammiert zu sein.

Der Gesetzesentwurf ist auf eine Klage eines Elternpaares zurückzuführen, das sich dagegen verwehrte, dass ihr behindertes Kind ein "Schaden" wäre. Für Ulmer handelt es sich beim aktuell über die Medien ausgetragenen Konflikt um eine semantische Diskussion, was ein Schaden ist. In der Tat ist es schwer nachvollziehbar, dass ein behindertes Kind ein "Schaden" sein sollte - aber die Behinderung per se ist zweifellos ein Schaden, der auch eine Ursache hat.

Egal, wie das Problem heißt, Kinder, Eltern und Ärzte müssen weiterhin geschützt sein. Die Berufshaftpflichtversicherung bietet umfassenden Schutz. Ulmer empfiehlt Gynäkologen dringend ihre Versicherungssumme über die gesetzlichen Mindestvorgaben hinaus zu erhöhen, weil Behinderungen eines Kindes viel Geld kosten können. Da viele Krankenhausbetreiber keine oder nur ungenügende Versicherungen haben, empfiehlt Ulmer auch Krankenhausärzten, eine eigene Versicherung abzuschließen - obwohl diese vom Gesetz her nicht dazu verpflichtet sind. Krankenhäuser können sich jedoch am Regresswege an den behandelnden Arzt schad- und klaglos halten. Das ist den wenigsten Spitalsärzten bewusst, meint Ulmer.

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